Review

Auf einem amerikanischen Militärstützpunkt landet der russische Pilot Rubinsky mit einer tödlichen Virusfracht ungeklärter Herkunft an Bord. Als sich einer der kleinen futuristischen Behälter öffnet, bricht eine Epidemie aus, das Militär reagiert, indem es alle Anwesenden erschiessen lässt. Ein Behälter jedoch schafft es unbemerkt nach draußen und landet viel Jahre später in einer nahegelegenen Nervenklinik. Dort entweicht ebenfalls das gasförmige Virus und Patienten sowie Betreuer verwandeln sich in klinisch tote Menschenfresser... Vom Titel her gibt sich dieser Low Budget Film als Fortsetzung zu George A. Romeros "Day Of The Dead" aus, mittlerweile vom tatsächlichen Sequel "Land Of The Dead" überholt, inhaltlich hält man sich allerdings mit einer ausgedehnten Verbreitung des Virus und der damit verbundenen Entstehung der Zombiewesen auf. Langatmig gezeigt wird reichlich Einführung der geistig sowieso schon leicht lädierten Opfer ihres eigenen Fundes, einige uninteressante Schwestern und die Gegenspieler im Ärztezimmer: ein sozial engagierter Gutmensch sowie ein konservativer Nazidoktor. Sehr erquicklich ist das nicht, spannend schon gar nicht, wie die Patienten sich mit Vorlesen und Fernsehen glotzen die Zeit vertreiben. Erst in der zweiten Hälfte kommt die träge Story endlich voran, das Vorhaben, eine richtige Vorgeschichte zu erzählen, bevor alles Genregemäß in der letzten halben Stunde in Blut ertränkt wird, entpuppt sich als relativ substanzlos, keine der Figuren schafft es, wirkliches Interesse zu wecken, besonders nicht die Insassen der Anstalt mit ihrer Kindersynchro, die deren Defizite veranschaulichen soll. Schön säuberlich, Phase für Phase, breitet sich das Virus unter ihnen und den Bediensteten aus und verwandelt die Infizierten zu lebenden Fleischklumpen, wobei sich schon andeutet, in welche Richtung die zahlreichen Spezialeffekte gehen. Hochwertige Tricks gibt es nicht, reichlich Blut und unansehnliches Gematsche schon, vor allem im letzten Drittel, als die Epidemie offen ausbricht. Manche Goreeffekte sehen aus, als hätte man die Darsteller mit Fleischresten vom Schlachter belegt, toll ist das nicht. Dann fließt noch etwas Alientransformation mit ein, auch mit Verweisen orientiert man sich an den alten Invasionsschinken vergangener Tage, am Zombiegenre dagegen überraschend wenig. Etwas unbefriedigend ist selbst das Ende, denn anscheinend dem geringen Budget zollend bedeutet der Ausbruch aus der Anstalt, die fast durchgehend als Location dient, auch das Ende des Films, der damit trotz aller Versuche einer schrittweisen Aufklärung mit dokumentarhaften Zeitsprüngen, um das Interesse des Zuschauers buhlend eine Zwischenmahlzeit aus der Videothek bleibt. Es ist ein Film, dem man angesichts vieler Unkenrufe im Vorfeld zum Trotz attestieren kann, gar nicht so schlecht zu sein, wie manch anderes schnell ausgeworfene Zombiedesaster der letzten Jahre, andererseits auch unvoreingenommen den Eindruck hinterlässt, man hat nichts verpasst, wenn man das nicht gesehen hat. Der ambientartige Score geht in Ordnung und ist schon das einzig atmosphärisch Gelungene an diesem Direct-To-Video-Horror, gerade junge Zuschauer können sich eventuell noch an den schlecht gemachten, doch zahlreichen Goreszenen ergötzen, die zwar niemandem vor dem Kopf stoßen, doch schlichten Gemütern quantitativ die Leihgebühr erklären können. Die Anstaltszombies von "Dead Men Walking" sind da noch etwas unterhaltsamer.

Fazit: Regisseur Jim Dudelson, der sich einige Cameos als Nachrichtensprecher nicht nehmen ließ, ist sowohl als Drehbuchautor wie auch als Regisseur ein Garant für langweilige Low Budget Produktionen, die sich gern am großen Thema verheben. Immerhin besser, als seine "Morella" oder "Zombie Attack! - Museum of the Dead". Was auch nicht schwer ist. 3/10 Punkten

P.S. Diese Review bezieht sich auf die gekürzte deutsche DVD-Fassung von M.I.B.

Details
Ähnliche Filme