Review

Bis vor 100 Minuten, listete ich diesen Film hier noch mit einer Wertung von 2 Punkten. Als ich den Film vor einem Jahr sah, war ich schlichtweg enttäuscht, von dem was man mir dort unter dem Namen Day of the dead (2) präsentierte. Jetzt und heute, wollte ich dem Film eine zweite Chance geben und gab mich ihm mit ganz anderen Erwartungen hin.

Die Story ist simpel, bietet aber in seinen Nebensträngen gut und gerne Raum für dramatische Szenen, Tiefgründigkeit und zwischenmenschlichen Konflikten. Mit dem eigentlichen Film, zumindest, dass was man eigentlich von einem solchen Film erwartet, wird man nahezu erst in den letzten 20 Minuten konfrontiert. Im Jahre 1968 kommt in einer Militäranlage ein Behälter abhanden, der die Erbanlangen zerstören will. Viele Jahre danach, ist die Militärbasis eine Psychiatrische Klinik. Ein paar Insassen, halbwegs psychisch normal wirkende Menschen finden in einer Schlucht eine Art Thermoskanne. Isaac, der romantische, philosophische und tiefgründig Bewegte, warnt allerdings davor, den Behälter zu öffnen. Ein Insasse, von Station 1, aber öffnet den Behälter, bevor man jedoch weiss, was es damit auf sich hat. Nach und nach bilden sich an ihren Körpern merkwürdige Mutationen. Zuerst haben sie Husten, dann schält sich ihre Haut, werden appetitlos und können nicht mehr schlafen. Ihr werdet denken, storymäßig bietet dies genug Raum für ordentliche Zombieaction, aber weit gefehlt, der mit diesen Erwartungen an den Film herangeht. DAY OF THE DEAD 2 unterhält in den ersten 60 - 70 Minuten, überwiegend als Drama im Stile von Krankenhaussoaps, nur mit dem gewissen Niveau, die Problematik und Unlogik der unmenschlichen Arbeitsmethoden der Ärtze darzulegen. Ein Film, der es absolut bewusst beabsichtigt den Menschen vor den Kopf zu stossen und das Leben, unser Miteinander, ob nun gesellschaftlich korrekt, psychisch korrekt oder nicht zu hinterfragen und dabei Parallelen zu dem Tod aufzustellen. Das klingt jetzt zwar alles sehr sehr banal, wer sich aber mit solchen Absichten auf den Film einlässt, erwartet ein schürfendes Drama, dass zwischenmenschliche Konflikte und den Missbrauch von Machtergreifungen verbindet. Wenn Isaac aus seinem Buch gedanklich vorliest, lässt es einen schonmal erzittern, wenn auch vieles davon irgendwo auf Pseudotiefgründigkeit getrimmt ist. Hierbei wären wir bei dem Film wohl bei den einzigsten Paralellen zu dem wirklichen DAY OF THE DEAD, von dem dieser Film ja bekanntlich inspiriert wurde. Wirklich viel merkt man davon zwar nicht, außer ein Paar Anspielungen mit dem Jahre 1968 und Romero Lounge, hat dass hier nichts mit George A. Romero oder DAY OF THE DEAD zu tun. Recht verständlich, warum der Film hier, zweifelsohne recht miserabel bewertet und auch abgeschrieben wird, weil man gedanklich immer einen Turm aufbaut, an dem sich dieser "zweite Teil" messen muss. Das bedeutet erst einmal den Todesstoss, da er dann Anforderungen nicht gerecht wird und sorgt dafür, dass der Film als solcher schlecht ist. Dem ist nicht so, wenn man den Film als eigenständiges Werk sieht und mal nicht immer den tollen Titel DAY OF THE DEAD im Kopf hat. Gut, die reine Zombieaction, gerät für einen Zombiefilm wirklich viel zu kurz, die Zombiemasken sind ohnehin mit ihren seltsamen Mutationen wie Pusteln, Fleischberge, Hörnern und Schuppen komisch und lächerlich anzusehen. Unnötig zu sagen, dass der Rest der Effekte ähnlich unbeholfen bis billig wirkt, was aber im Gesamtkontext scheiss egal ist, da der Film ohnehin bloss versucht mit Anspielungen, Aussagen und problematischer Thematik zu spielen, wenn auch manchmal mehr gezwungen als emotional ergreifend.

Fazit:
Ein innovativer "Zombiefilm", der dies eigentlich bloss nur in den letzten 20 Minuten, mehr schlecht als recht erfüllt, aber davor, als gutes Drama unterhält. Den Titel DAY OF THE DEAD, sollte man beim Ansehen aus seinem Gehirn schalten, so enttäuscht dieser, als indirekte Fortsetzung zweifelssohne. Kein schlechter Film, aber ein schlechter Zombiefilm.

7/10

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