"Sabotage" ist ein Spionage-Thriller von Alfred Hitchcock aus dem Jahr 1936. Wenngleich es sich um einen frühen Hitchcock-Film handelt, finden wir doch eine Reihe von Merkmalen, die auch seine späterern Meisterwerke ausmachen. Er greift dabei auf eine Romanvorlage von Joseph Conrad zurück.
Im Mittelpunkt steht Carl Verloc, der ein Doppelleben führt. Nach außen hin ist er ein mehr oder weniger erfolgloser Kinobetreiber, in seinem zweiten Lben ist er aber ein "Schläfer", ein Spion einer fremden Macht, der darauf wartet, aktiviert zu werden, um eventuelle Anschläge zu verüben. Seine erste große Aktion, der Anschlag auf ein Kraftwerk, schlägt fehl. Daraufhin bekommt er den Auftrag, eine Bombe mitten in der Londoner City zu zünden.
Inzwischen ist ihm aber Scotland Yard auf die Spur gekommen. Ted Spencer, ein Beamter des Yards, arbeitet zum Schein in einem Gemüseladen neben dem Kino. Zwar kommt er den Machenschaften Verlocs recht nahe, es gelingt ihm aber nicht, den perfiden Anschlag am Ende zu verhindern.
Trotz des für die meisten Hitchcock-Filme bezeichnenden Humors hinterlässt "Sabotage" eine eher triste Stimmung. Dies mag vor allem an der Handlung liegen, bedient sich doch der Attentäter seines minderjährigen Schwagers, um die Bombe in das Stadtzentrum Londons zu bringen. Der Bruder der Protagonistin überlebt den Anschlag nicht, was den Zuschauer in dieser Form überrascht.
Die Geschichte wird recht geradlinig erzählt. Die Handlungsorte werden entsprechend vorgestellt, wobei schon hier ein gewisser Spannungsaufbau berücksichtigt wird. Die Spannnung wird fortlaufend gesteigert, obwohl der Täter bekannt ist - der Zuschauer möchte wissen, ob er mit einem Handel Erfolg hat.
Es schleichen sich zwar ein paar unlogische Momente ein (z. B. die Rückkehr des Bösewichts), alles in allem kann die Handlung jedoch den Zuschauer fesseln und somit überzeugen. Immer wieder nutzt Hitchcock bei seiner Darstellung Elemente des expressionistischen Kinos - so vor allem in der Szene im Zoo mit der Überblendung ins zerstörte London. Auf der anderen Seite bieten einzelne Filnsequenzen häufig den Raum für weiter führende Interpretationen.
Die Schauspieler agieren überzeugend, allen voran Oskar Homalka (wer denkt bei seinem deutschen Akzent nicht an die Machenschaften der Nazis) als Kinobesitzer Carl Verloc. Aber auch Sylvia Sidney als seine Frau, Desmond Tester als ihr Bruder und John Loder als der ermittelnde Beamte von Scotland Yard können überzeugen.
Auch wenn Hitchcock selber diesen Film nicht als einen seiner besten ansah, ist er doch mehr als eine Betrachtung wert. Vieles, was der Altmeioster in seinen späteren Filmen nutzen wird, findet sich schon hier.
Allein das drastische Ende überrascht dann doch...