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Schauspielerin Diana Baring wird bewusstlos neben der Leiche einer Kollegin gefunden, die Tatwaffe neben ihr, sie selbst ohne Erinnerung. Sie wird zum Tode verurteilt, doch dem Geschworenen Sir John Menier kommen im Nachhinein Zweifel und so beginnt er selbst zu ermitteln.


Der alte bekannte Klassiker Dracula wurde 1931 von Tod Browning und George Melford in zwei Versionen in den gleichen Kulissen gedreht. Browning drehte tagsüber die US-Version, Melford nachts die spanische Version. Hier ging Hitchcock ein Jahr zuvor sogar einen Schritt weiter. Nicht nur drehte er die britische und die deutsche Version seiner Drehbuchadaption selbst, er drehte sie sogar gleichzeitig, Szene für Szene im Wechsel, nur jeweils mit anderen Darstellenden. Lediglich zwei Darsteller spielten in beiden Versionen, einer davon der am heutigen Datum im Jahr 1946 verstorbene Stummfilmpionier Miles Mander.

Ebenfalls eine Bemerkung wert ist das Gimmick, dass die Figur der Diana Baring von einer gewissen Norah Baring (ebenfalls am heutigen Datum im Jahr 1985 verstorben) gespielt wurde. Ein Zusammenhang ihres Künstlernamens Baring mit dem Namen ihrer Figur ist aber nicht bekannt.


Hitchcock zeigt hier schon eine gewisse Raffinesse, die ihn später zum Meister werden ließ. Schwierige Kamerafahrten, dichte Atmosphäre und gutes Spiel machen den Film interessant.

Leider war das Drehbuch unfertig, viele Dialoge fehlten und das merkt man einigen langen Einstellungen ohne Dialoge an, in denen die Figuren vermutlich eigentlich noch etwas hätten sagen sollen oder müssen. Hitchcock hatte da auf die Improvisation der Schauspielenden gesetzt, was aber nicht gut funktioniert hat.

Entsprechend entwickelt sich die Geschichte etwas träge und auch das Mordmotiv des Mischlingblutes ist leider reichlich fragwürdig, zumindest aus heutiger Sicht.


Ein früher Hitchcock, doppelt gedreht im Hauruckverfahren. Etwas unausgegoren, aber gut schaubar, wenn man mit dem Stil solch alter Filme zurecht kommt.



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