Inhalt:
China in den Jahren nach der bürgerlichen Revolution. Das Land wird von mehreren Verbrecher-Banden heimgesucht..., eine von ihnen ist die "Wolf-Head"-Gang. Und diese hat nach dem Tod ihres einstigen Leiters eine neue Führungsebene.
Dies sind "Fourth master" (Chiang Tao), Chen Heng (Chan Shen), Xu Sangui (Li Min-Lang) und ihr oberster Boss... Du Jiang Qiang (Wu Chi-Chin).
Der Stil der Bande, die unter ihrem früheren Anführer lediglich raubte, und nie misshandelte oder mordete..., ändert sich unter der neuen Führung dramatisch!
Morden und misshandeln der Opfer ist unter den skrupellos-grausamen Oberhäuptern nicht mehr tabu!
Einer innerhalb der Gang...., der KungFu-Fighter Gu Hui (Chen Kuan Tai) steht all dem äußerst skeptisch gegenüber..., ihm missfällt der neue Stil der Bande...., und er hegt immer mehr Skrupel. Dies bleibt auch den neuen Machthabern im Gang-Apparat nicht verborgen.
Als die Eltern eines der Opfer..., der schönen Tang Li (Shih Szu) brutal ermordet und Tang ins Quartier der Bande verschleppt werden..., handelt Gu..., zumal Tang Li ein schwerer Missbrauch droht.
Gu Hui rettet Tang Li aus den Fängen der Bande..., trennt sich alsbald jedoch von ihr...., und wird nunmehr von der Bande, die ein Kopfgeld über 5.000$ auf ihn ausgesetzt hat, gejagt...!
Tang Li erreicht ihren Verlobten..., den Polizei-Commissioner Zhang Qin ("Frankie" Wang Wei). Die Polizei jagt Gu Hui ebenfalls...., Zhang Qin sieht in Gu Hui die Schlüssel-Figur hinsichtlich der "Wolf-Head"-Gang, welcher der Commissioner zur Gänze das Handwerk legen will.
Tang Li hegt jedoch Gefühle der Zuneigung für ihren Retter
Gu Hui ist ein Flüchtling..., in "Da-Town" kann Gu beim alten Schuhmacher Old Zhong (Yang Chih Ching) -der ein ähnliches Schicksal wie Gu Hui durchlebte- Unterschlupf finden, er erlernt bei ihm das Schuster-Handwerk.
Doch in "Da-Town" wird Gu letztendlich von Xu Sangui und einem seiner Schergen (Lau Gong) gestellt! Es kommt zum Kampf und Zhong wird getötet..., jedoch kann Gu wieder entkommen...!
Xu Sangui wird indes von der Polizei gestellt und hingerichtet.
In seinem nächsten Flucht-Domizil arbeitet Gu Hui als Reinigungskraft in einem Spiel-Casino. Und hier begegnet er Tang Li..., welche ihm Beistand leistet und ihm nahe legt, sich den Behörden zu stellen.
Gu Hui sieht allerdings keinen anderen Ausweg...: Er muss sich Du Jian Qiang, Chen Heng und "Fourth Master" in einem letzten Kampf auf Leben und Tod stellen.......
Fazit:
Einer der Meister-Regisseure der Shaw Brothers, Sun Chung, drehte diesen gutklassigen Streifen für das besagte Studio im Jahre 1975.
Und es ist Sun Chung, der hier mit feiner Klinge Regie führte, ein spannender, stringent inszenierter und trotzdem abwechslungsreicher und mit ausgereiften Darstellungen versehener Eastern-Genrebeitrag gelungen!
Die Storyline seines durchdachten Eastern-Actioners hält Sun Chung relativ einfach: Ein Mitglied einer Bande bekommt, nachdem sich der Führungs-Stil selbiger zum Schlechten hin änderte, Skrupel..., befreit ein verschlepptes Mädchen, wird zum Flüchtling, der der Rache seiner ehemaligen Kollegen und der Polizei entfliehen will, sich dann aber zu einem letzten Kampf stellt.
Aber WIE das hier von der Regie umgesetzt wird, ist hier das Entscheidende! Konzentriert setzt Sun Chung hier diese Geschichte in Szene..., dabei die innere Zerrissenheit seiner Hauptfigur beleuchtend..., und dies verdeutlicht der Regisseur durch sensibel-gefühlvolle Dialog-Szenen (Chen Kuan Tai/Shih Szu; Chen Kuan Tai/Yang Chih Ching). Diese streut Sun Chung geschickt zwischen die sich stringent entwickelnde Storyline, die der Regisseur rasch vorantreibt.
Dazu braucht es die richtigen Darsteller. Und hier ist neben Chen Kuan Tai eindeutig die hier wunderbare Shih Szu zu nennen. Sie wird von Chen gerettet..., und in ihrer für den Zuschauer herzzerreißenden Dankbarkeit transportiert sie ihre innere Zuneigung für ihn gefühlvoll nach außen. Shih Szu zeigt hier ein gefühlvolles, sensibles Spiel...., mit Worten aber vor allem mit Mimik, insbesondere hier ihrer Augen. Wunderbar Shih Szu...!
Auch Shaw-Haudegen Yang Chih Ching gedenkt hier die Hauptfigur auf den rechten Weg zu bringen...., teilte doch sein hier verkörperter Charakter einst dessen Schicksal. Die Skrupel die der Fliehende zeigte..., der Schuhmacher-Meister will diese dahingehend kanalisieren..., als das diese zusätzlich durch Selbstdisziplin und dem Willen sozial eingefügt zu sein den Fliehenden zu einem besseren Leben führen...
Und Chen Kuan Tai..., er, der Fliehende voller Skrupel hinsichtlich der neuen Gangart seiner alten "Kollegen"...., er nimmt dieses Zuspiel auf. Doch er steckt noch voller Zerrissenheit..., dieses neue Leben als sozial Eingefügter, es schmeckt doch anders. Als Verbrecher waren die Dinge einfacher..., man nahm sich was man brauchte. Jetzt sind als Werktätiger, der selbst seinen Lebensunterhalt durch Arbeit zu bestreiten hat, Selbstdisziplin und der Willen sich einzufügen gefragt..., der härtere Weg für Chen Kuan Tai. Und das alles bringt der MegaStar der Shaw Brothers hier denn durchaus überzeugend rüber!
Die Villains..., Wu Chi Chin, Chiang Tao, Chan Shen und Li Min-Lang..., sie durchlaufen alle Villain-Klischees..., böse, mordlustig und notgeil. Für die facettenreicheren Darstellungen waren hier die "Guten" zuständig....
Doch Sun Chung wollte hier ja natürlich nicht nur einen brüchigen Charakter skizzieren und dessen Läuterung..., das ganze ist natürlich vorrangig ein Eastern..., mit KungFu-Action und Abenteuer.
Sun Chung zeigt auch in diesem Streifen..., wie in allen seinen Eastern, ein Auge für das Visuelle..., für eine besondere Kamera-Arbeit und interessante Hintergründe. So ist denn das Quartier der Gangster ein Fort mit Palisaden innerhalb eines von sanften, grünen Hügeln umgebenen Outdoor-Sets.
Auch für die Szenen im letzten Drittel seines Films wählte Sun Chung diese Örtlichkeiten mit grünen Hügeln und teilweise bräunlich-gelben Gras-Stellen in den ebenen Bereichen des Drehortes. Die vielen Outdoor-Sets zum Ende hin sorgen für eine ungewohnte Atmosphäre für einen Shaw-Film..., doch ist dies eben besonders interessant. In den ersten beiden Dritteln sind Out- und Indoor-Szenen aber gut durchmischt.
Wie jeder Eastern lebt auch "The bloody escape" von der KungFu-Action. Chen Kuan Tai steht hier im Mittelpunkt, trägt mit seinem kraftvollen Faust-Kampfstil die Action in etlichen "1vs.20"-Fights quasi alleine. Es ist ein besonderer Stil, der sich von den Handkanten-Techniken anderer abhebt..., mitunter muss man sich dran gewöhnen..., doch die rasanten, harten Kämpfe machen Laune und der geneigte Eastern-Fan kommt auf seine Kosten. Der Endkampf im Hauptquartier der Villains ist natürlich auch der actiontechnische Höhepunkt..., so soll das ja auch sein.
"The bloody escape"..., ich finde, ein guter Eastern mit knackigen Fights, stringenter Handlungs-Linie.... und der richtigen Ausbalancierung von Schnörkellosigkeit und Facettenreichtum.
Da gebe ich gerne knappe 8/10 Punkte!