"Evolution" ist ein herrlich selbstironischer, sich dementsprechend nicht wirklich ernst nehmender Genremix, der, wenn man sich auf ihn einlässt, Science-Fiction, Komödie und Action in sehr eigenwilliger Weise äußerst unterhaltend vereint.
Es beginnt schon ganz amüsant mit Seann William "Stiftler" Scott, wie dieser als Wayne mit einer Gummipuppe (Genauso eine, mit der Bud Bundy immer gerne spielte) für seine Prüfung zum Feuerwehrmann probt. Dann schlägt in einer Szene, die stark an "Men In Black" erinnert, ein Meteorit in seinem Wagen ein. Das Himmelsgestein bohrt sich mehrere Meter tief in den Boden und hat einige außerirdische Einzeller an Bord. Sie vermehren und teilen sich wie wild - die Evolution beginnt. Insgesamt sogar ein Interesse weckendes Thema, auf dessen weitere seriöse Vertiefung man allerdings verzichtete. Der mit einigen Löchern versehene Plot verläuft teilweise arg simpel, wenn nicht schon banal, nimmt sich dabei aber getrost selbst auf die Schippe. Die wissenschaftliche Seite, die Evolution durch Mutation erklärt, bleibt hier weitgehend außen vor. Ein Augenmerk liegt da schon viel eher auf den quietschbunten Varianten bizarrer, außerirdischer Getiere, die aus der rasanten Entwicklung resultieren.
Die Gags sind teilweise wirklich gut, auch wenn sicherlich nicht alle vollends zünden. Gelungen ist aber zum Beispiel das scheinbar niedliche und harmlose Wesen mit seinen großen Kulleraugen, das die gemütliche Kaffeerunde der Tratschtanten stört und von ihnen anfangs für einen Hund (???) gehalten wird. Nachdem es dann am Sauerstoff krepiert ist, fällt es unter Luftverlust zusammen wie wahrscheinlich die beispielsweise in der Gattung der Türsteher vorzufindende, menschliche Muskelmaterie, wenn man ihr ihr Anabolikum klauen würde. Der Shampoo-Einfall ist dann schon so dumm, dass er schon wieder witzig ist - schlichtweg purer Trash.
Ein kleiner Dämpfer ist allerdings Kalklatte Julianne Moore. Dr. Ira Kane nennt diese im Film einen humorlosen Eisblock und ich muss sagen, treffender hätte man es nicht ausdrücken können. Orlando Jones als Klischeeschwarzer erledigt seine Aufgabe ganz ordentlich und vor allem sympathisch. Seann William Scott spielt mal wieder seine Paraderolle und meistert diese gewohnt solide. Und David Duchovny - ja der persifliert sich in köstlicher Art und Weise und mit sichtlicher Spielfreude selbst und scheint an das Abschütteln seines Fox Mulder-Images auch nicht mehr zu glauben.
Alles in allem ein sehr sympathischer Vertreter für Unterhaltung, die die Synapsen schont. In "Evolution" wird weniger Wert auf die Story gelegt; dem skurrilen Charme konnte ich mich allerdings nur schwer entziehen. Vielleicht nicht jedermanns Sache, aber für Mulder-Fans ganz sicher was.