Review

Frau Hong unterrichtet Musik an einer Hochschule. Jedoch spielt sie nicht mehr selbst, da sie vor Jahren eine Freundin verloren hatte. Niemand weiss von den Geschehnissen, doch als eines Tages die stumme Haushälterin in der Familie eingestellt wird und die kleine Tochter Cello zu spielgen beginnt häufen sich unerklärliche Vorfälle. Wütet der Geist, der toten Freundin durchs Haus?


BU HU!
Überflüssiger und uninspirierter kann man einen Film nicht aufbauen, und es ist wahrlich eine Premiere. Das allererste Mal, musste ich einen Film in zwei Abschnitten schauen. Selten zuvor, hat mich ein Film dermaßen gelangweilt und aufgeregt wie dieser Pseudohorrorstreifen, der alle Fakoten eines überzeugenden Streifen dieser Art vermissen lässt. Cello ist vielmehr das Drama einer glücklichen Familie mit schweren Vorfällen in der Vergangenheit, die sich in der Gegenwart jetzt rächen. Die Schockmomente, die der Film dabei aber einstreuht sind mehr als banal und jeder halbwegs intelligente und interessierte Zuschauer, so lang er noch nicht eingeschlafen ist, weiss, wo sich der Geist der toten Freundin manifestiert hat. Die stumme Haushälterin, die sich gekonnt mysteriös gibt, wird dabei natürlich direkt entlarvt. All jene Rückblenden und alptraummäßigen Visionen sind dabei genauso unangebracht, wie auch nervig, wenn der ganze Spuk eh bloss vollkommener Schund ist. Der Gipfel des grossen Nervens ist dabei natürlich die allerkleinste Tochter, die sich vollkommen talentfrei durch ihre begrenzte Mimik und Schauspieltalent versucht. Oder ist hierbei wieder die Synchro schuld, oder doch eher meine kleine Abneigung gegenüber Kleinkindern? Man sollte sowas einem Film nicht verübeln, aber sobald der Grossteil der Charaktere und deren Darstellung zu nerven beginnt, dann ist das der Todesstoss für jeden Film. Und so ist es dann auch nur mehr als konsequent, wenn solangsam die Familie dahingerafft wird. Natürlich können die ganzen Goreeffekte keineswegs den Film retten. Atmosphärisch ist der Film dennoch stellenweise, der gespenstische Celloscore hat da schon so seine Qualitäten, aber dieses Gefühl hält nicht lange an, da eben durch Darsteller, grenzenlose Dialoglastigkeit und uninspiriertes Drehbuch alles wieder zerstört wird. Da sind auch die Plottwist alles bloss noch Effekthascherei, allzu dramatisch sind diese Wendungen dann auch nicht mehr und man fragt sich bloss noch wie überflüssig so ein Film noch werden kann. Versteht mich nicht falsch, handwerklich ist der Film in Ordnung, die Darsteller geben sich sichtlich Mühe, aber der Film nutzt den Geisterfilmhype aus Japan dermaßen aus, das es bloss noch eine Beleidigung ist. Dagegen sind alle Grudgefilme blanke Schocker. Wer aber von hübschen Japanerinnen, pseudokünstlerischen Plots und Cellos nicht genug bekommt, darf hier mal einen Blick riskieren.

Fazit:
Belanglos, nervig, uninspirierend und stellenweise blutig. Optisch okay, aber eben ein Fall für die Wechselbank. Aber ganz hinten.

26%

Details
Ähnliche Filme