Review

Viele, böse Mörderkarlchen samt Kühlergrill auf einem Platz.

Die Infantry of Doom, so hoffnungsvoll überzogen böse und ernst offenbart sich uns der dritte Teil Schnaases Splatterkult, der sich jetzt von dem Einheitsbrei aus einem Killer in ein grosses Lager voller Karlchen gehievt hat. Da reichen Versatzstücke einer Sekte, mit irrem Nazidoktor und bösen Regeln um die kleinen Anschübe von Seitenhieben offensichtlich zu machen, zitiert Schnaas hiermit doch irgendwie, vielleicht ungewollt, aber auch mehr schlecht als recht, solche, auch von ihm benannte Meisterwerke wie Lebendig gefressen mit der elitären Sekte ohne Ausweg und dem Militär - Doktorkonflikt aus Day of the dead. Aber das nur am Rande, denn zuerst sei wie immer mal gesagt und gewarnt, dass Schnaas dritter Splatterschinken abermals hirnloser Amateurvollschrott der übelsten Sorte ist.

Unter Urlaubsähnlicher Idylle stranden 3 Mannen auf einer Insel, um daraufhin recht erschrocken feststellen zu müssen, dass sie von schmierig fetten Machetenkillern mit Kühlergrillmaske umgeben sind. Ihr Eindringen in die Welt der irren Butcher wird bestraft, kommen sie, bevor sie vors Standgericht kommen erstmal an den Marterpfahl. Wie ein Camp voller Idioten ragt das Geschehen empor, da laufen nun halt einfach ganz viele von den Blechfressen rum, unter Führung von Karl The Butcher, der ganz muffigböse Barbarianmäßig mit Zweihänderschwert gekleidet ist und ab und an mal zur Exekution ruft. Muss ja auch so sein, schliesslich muss es auch ordentlich splattern.

Motivgründe, Erklärungen für das Dasein der ollen Truppe, Waldgang, Barbarenkühlhaubenclan und Nazikreator gibt es nicht, haben sich wohl in ihrem Dasein als Volltrottel der Gesellschaft nicht mehr zurechtgefunden und harren jetzt im Wald auf der Suche nach Weltherrschaft. Weitere Gedanken darüber zu verschwenden wäre sinnlos, fokussiert sich der immer noch simple Plot dieses Splatterhans auf den Gore, der aber eben so zelebriert wird, dass das ganze nicht ganz zur Hirnlosplatte verkommt.

Aber eben nur halbwegs, schliesslich ist es immer noch Schnaas Ziel, fernab irgendwelcher Tiefgründigkeiten (oh leck) eine reine Schlachtplatte mit soviel Kunstblut und Gesplatter wie nur möglich abzuliefern. Wenn man sich nur darauf besinnt, funktioniert Violent Shit 3 ausserordentlich gut, und auch die absolut beinharte Synchro ist mal wieder der absolute Oberknaller, sofern man denn gewillt ist, seine Boxen zu vergewaltigen, muss man den Ton nämlich auf Anschlag drehen, um überhaupt mal was zu verstehen. Tut man das, hat man Belustigungsfaktor Nummer zwei, ist das wie in Teil 2 wieder total übertriebener Shit, so herrlich überzogen, dass das Ganze wieder Kultgrössen annnimmt. Karl The Butcher klingt wieder wie der Duke wobei die Anderen sich auch mit ordentlich Fäkalausstoss und nicht jugendfreien Schimpfwörtern die Köppe einschlagen. Das kann man aufgrund der Synchroüberspitzung lustig finden, kann man aber auch genauso gut als nervig und prollig - doof empfinden.

Prollig - doof ist Violent Shit 3 ohnehin, wird hier doch bloss der Haufen Mist zelebriert, den wir eben von Amateurregisseuren mit Kunstblutgeilheit gewohnt sind. Daher ist das hier auch weniger was für Cineasten mit Anspruch und Moral, sondern eher für die gestählte Partyrunde und Splatterliebhaber, ohne Drang auf Story, Sinn und Verstand.

Schnaas filmt wie immer recht dilletantisch, lässt es sich nebenbei nicht nehmen das Bild alt wirken zu lassen (sieht aus wie in 2.Weltkriegsaufnahmen), was zwar keinen Sinn ergibt, aber dann kann wenigstens keiner sagen, er hätte nicht experimentiert. Experimentiert hat Herr Schnaas bei seiner Gegner und Waffenauswahl, gibts hier neben den Kühlergrilldeppen mit Machete, Axt, Streitkolben und Schwertern, dem Barbariankarl und dem recht untot aussehendem Vater (wars nicht die Mutter???) in Blechbüchsenkostüm, auch vom irren Doktor umgehievte Zombies, harhar recht herrlich schön modrig geschminkt und Extrafighter mit agyptisch anmutenden Turmmaskenhüten. Den Ass aus seinem Ärmeln liefert er aber am Ende seiner Choose, hat sich im Laufe der Filmzeit, das Ganze von Stammesexekutionen an Verrätern und Rebellen in eine sogenannte Blutjagd gehievt, wo die 3 Schiffbrüchigen samt eines chinesischen Verrätern Teil dieser Jagd werden.

Ab da an wird gematscht, geköpft, Gedärmcatching zelebriert, geviertteilt, halbiert und gesprengt ohne Ende, bitten zwei weitere Kungfu Fighter zum Schlachttanz. Atmosphäre schafft Herr Schnaas in den Zombieszenen, der dumpfe Score passt sich dabei recht munter dem wilden Geschehen an. Ehrlich, das Ganze hat schon irgendwie Style und Klasse, sofern man denn von der Hirnlosigkeit absehen kann, kann man das gewiss als Splattergranate mit un,- bzw, freiwillig - komischen Charakter ansehen.

Fazit:
Splattermassaker mit vielen Karlchen ohne Ende. Gore FX non stop. Da wird der Barbarenfilm, Zombiefilm, Sektenfilm, Slasher und Eastern bedient, damit es nur so bratzelt. Biertrinker in geselliger DVD - Runde und anspruchslose Splatterfans mit Humor wirds freuen, der Rest, der Splatter hirnlos und selbstzweckhaft findet, solltets meiden, ist das hier wie immer nur prolliger Amateurschrott der miesesten Sorte. Aber es hat Charakter - und diese Kühlergrillmasken mag ich irgendwie auch.

79%

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