Steve Railsback kennen eingefleischte Fantasy-Freaks noch bestens aus "LIFEFORCE". Seitdem hatte man lange nichts mehr gehört von dem Guten. Mit der Verfilmung eines der bekanntesten Serienmörder aller Zeiten sollte er sein Comeback einleiten. Dabei orientiert er sich (wahrscheinlich unfreiwillig) an einem der größten „PSYCHO"-pathen der Filmgeschichte: Norman Bates - Uns Steve sieht dabei nicht nur so aus wie Anthony Perkins... nein, er kurbelt die „Meine-Mama-hat-gesagt-Du-warst-böse-und-deshalb-muss-ich-Dich-jetzt-umbringen"-Rolle mit der selben kranken Faszination runter wie sein "großer Bruder!"!
Warum "ED GEIN - THE WISCONSIN SERIAL KILLER" jedoch letztendlich scheiterte und zu einem "Dunkle-Ecke-Platz" in den meisten Videotheken verdonnert wurde, liegt weniger an seiner Leistung als an der fadenscheinigen Inszenierung, die aufgrund des Budgets wohl möglichst günstig ausfallen musste. Leider fanden nämlich viele Details über den Schlächter von Wisconsin einfach nicht den Weg auf die Leinwand: Wer sich mit der realen Story um die „Zahnfee" etwas beschäftigt hat, wird sehr bedauern, dass man weder erfährt, wie er zu der Schädel-Sammlung kam noch wie er die legendäre "Wirbelsäulen-Lampe" konstruiert hat - Schade, denn gerade diese Einzelheiten tragen die Handschrift des Serienkillers. Und wenn wir schon dabei sind: Im Verlauf des halbgaren Streifens werden lediglich zwei Opfer bekannt, denn ob er seinem Bruder etwas angetan hat ist weiterhin unklar. Machen zwei Morde einen psychisch labilen Kleinkriminellen schon zum Serienmörder??? So jedenfalls will es uns der Streifen deutlich machen.
Stattdessen versucht Regisseur Chuck Parello, der sich nach „HENRY 2" erneut in seinem Lieblings-Metier „Serienmörder-Filme" austobt, mit ein, zwei plakativen Szenen für Aufreger zu sorgen: Dabei sieht die Szene mit der ausgeschnittenen Mumu der dicklichen Bar-Tante inkl. Schleifchen im Haar fast schon wieder niedlich aus - ich bin jedenfalls vom Sofa gekippt vor Lachen!!! Egal... mit spannenden Thriller-Elementen vor einem wahrem Hintergrund hat die ganze Chose jedenfalls wenig zu tun und so enttäuscht auch dieser Beitrag zum Serienkiller-Genre bis auf wenige unfreiwillig komische Szenen auf der ganzen Linie. Da macht die auf der DVD enthaltenen schlampige Gien-Biografie leider Gottes keine Ausnahme!
Glücklicherweise habe ich jetzt fast alle Leinwandbeiträge der meuchelnden Legenden von „TED BUNDY" bis "JEFFREY DAHMER" durch und kann wieder auf anspruchsvollere Kost hoffen!
(4 / 10)