„Bokusatsu Tenshi Dokuro-chan“ ist mal wieder einfach nur schräg. Im besten Sinne eines FLCL oder Excel Saga (+Puni Puni Poemi) gibt’s hier einen Gag nach dem anderen. Dabei legt Dokuro-chan besonderen Wert auf blutige Witze der schwärzesten Art (Mothy Phyton lässt grüßen). So muss der arme Sakura ein ums andere mal auf brutalste Weise sein Leben aushauchen, wenn Dokuro nach einem Fehltritt seinerseits mal wieder ein matschig-blutiges Exempel an ihm statuiert. Leider ist es damit fast etwas zu viel des guten, so dass spätestens nach dem fünften mal so langsam Abnutzungserscheinung auftreten und das ganze etwas langweilig wird. Die Geschichte an sich tritt dabei fast völlig in den Hintergrund und kommt, zumindest in den bisherigen Episoden, nicht wirklich voran. Die Serie verlässt sich da doch etwas zu sehr auf die Witzeinlagen, die zwar wirklich gut sind, aber um eine Serie interessant zu halten muss einfach mehr Abwechslung rein. Vielleicht wäre Dokuro-Chan da als 2 oder auch 6teilige OVA (wie Puni Puni oder FLCL) besser angelegt gewesen. So droht das ganze doch in absehbarer Folgenanzahl am ewigen Wiederholen der selben Gags und auf der Stelle treten der Story langsam zu versanden. Ein Schicksal das dem guten Potential der Serie nicht gerecht würde. Blitz abseits des, wenn auch schwarzgründig brachialen, doch eher klamaukigen Slapstick Humors auch der ein oder andere ironische Seitehieb auf zum Beispiel Prominente auf. So sehen wird in der ersten Folge kurz eine Nachrichtensendung mit Berichten über Georg Bush, Kim Jong-Il und Michael Jackson oder in Folge 4 einen interessanten Kinofilm. Mehr davon würde der Serie auf jeden Fall gut tun.
Ebenfalls etwas erfrischend kommt der Running Gag mit dem Affen-Klassensprecher, der zwar in der „schlecht ausgeschnittenen Foto“ – Manier sofort an Southpark erinnert, aber trotzdem ein guter Gegenpunkt zu den ständigen Brutalitätswitzen bildet.
Auch mehr kurz eingeworfenes wie die Kommentare des Klassenlehrers zu Dokuros Vorstellung („ich freu mich auf die Sportstunde“) wären toll.
Man sieht, es gibt wirklich genug Potential dem aber, zugunsten des „hau drauf“, zu wenig Zeit geschenkt wird.
Weit aus perfekter gibt sich das ganze da schon von der optischen Seite. Hier gibt es eigentlich wirklich nichts zu meckern.
Die Zeichnungen und Designs sind klasse und besonders Dokuro super kawaii. Auch die ganzen „Fratzen“ und sonstigen Gesichtsentgleisungen, die für diese Art Anime eine wichtige Rolle spielen, sind durchweg solide und reichen von total cute über herrlich schrill bis richtig abstoßend hässlich. Für einige vielleicht sogar zu hässlich könnte ich mir vorstellen.
Generell ist der Humor natürlich sehr herb und absolute Geschmackssache. Aber grad die brutalen Szenen sind so überspitzt gestaltet das man eigentlich kein Ekelgefühl aufkommt. Dazu sprudelt die rote Flut viel zu übertrieben.
Die Animationen sind für eine Serie auch erstklassig und es gibt sogar einige richtig schön animierte Kamerafahrten oder Personendrehungen. Auch auf dem Feld hat man sich wirklich Mühe gegeben.
Wenn man unbedingt einen negativen Aspekt braucht könnte man eventuell meckern das die Hintergründe etwas zu wenig detailliert sind, aber wer beim normalen sehen der Serie darauf achtet, für den ist sie wohl eh nicht geeignet.
So kann ich „Bokusatsu Tenshi Dokuro-chan“ dann doch empfehlen, auch wenn die Story einige schwächen hat und das ganze mit fortgesetztem Konsum langweilig, weil eintönig, zu werden droht. Am besten immer nur ein paar Folgen auf einmal sehen und dann eine längere Pause dazwischen einlegen. So funktioniert die Serie bestens als kleine Erheiterung für zwischendurch.