Wenn man im Wald auf ein einsames heruntergekommenes Holzhäuschen stößt, sollte man sich dreimal überlegen, ob man die Schwelle übertritt.
So hat es uns zumindest manch illustrer Backwood-Slasher in den letzten Jahren gelehrt. Dass man solche Filme im Gefängnis nicht anschaut dürfte allerdings auch klar sein... und so denkt sich die frisch dem verunfalltem Gefangenentransport entflohene Häftlingsschar nichts Böses, als sie die mysteriöse Waldhütte erreichen. Aber aber, die Lumpen tragenden Bewohner scheinen ja ganz nette Zeitgenossen zu sein. Dennoch ist die Zeit in diesem abgelegenen Örtchen scheinbar stehen geblieben. Die Bewohner sehen aus wie Relikte der Vergangenheit und sitzen um eine Tafel, um irgendeinem seltsamen Kult zu frönen. Spätestens nachdem der unfallbeteiligte Arzt Dr. Madsen einem Häftling den Arm amputieren muss, zeigen die „Randfichten" aber ihr wahres Gesicht... und gehen auf die Jagd nach Menschenfleisch!!!
Soviel zur Story - kommen wir zur Umsetzung: Olaf Ittenbach (PREMUTOS, RIVERPLAY, BEYOND THE LIMITS) ist nach seinen letzten Filmen prinzipiell nicht mehr dem Amateur-Splatter-Szene zuzuordnen. Dafür ist der inszenatorische Aufwand, den der Splatter-Papst mit Darstellern, Kostümen und Drehorten betreibt, mittlerweile zu hoch. Allerdings scheitert der Arme bei der inszenatorischen Umsetzung einer semi-professionellen Produktion bereits im Ansatz, wenn es darum geht, glaubwürdige Figuren und eine nachvollziehbare Storyline zu komponieren. Andererseits ist es auch nicht vordergründig die Realitätsnähe, was den eingefleischten Horror-Freak zu Ittenbach's Filme lockt, sondern vielmehr die spritzigen Effekte. Und der Splatterfaktor ist selbst in der geschnittenen deutschen DVD_Version akzeptabel - aber auch leider das Einzige, was den potentiellen Einschlafkandidaten wach hält. Weniger gelungen sind dagegen die Schauspielerleistungen. Das beginnt beim „Leader Of The Rats", dem gebeutelten und arg reizbaren Arthur, der beim kleinsten Widerspruch gestisch explodiert und im Dreieck springt wie ein Eichhörnchen auf Koffein (Hat das jemand kapiert ;-) und endet beim Quoten-Hannibal Lecter, der im Minutentakt hochphilosophisch gequollene Scheiße fabriziert, sobald er die Hackfresse aufreißt. Diese Charaktere scheinen eher für eine deftige Splatter-Komödie geeignet, was aber meiner Meinung nach nicht die eigentliche Intension des Herrn Ittenbach war. Und was der Priester mit dem Hall-Effekt (Master Yoda lässt grüssen ;-) und seine degenerierten Apostel in der entlegenen Wildnis treiben ist schlicht und einfach Ittenbacher Hüttenkäse.
Was bleibt ist ein Durchschnitts-Splatter, der besonders in der ungeschnittenen Version, die wohl demnächst bald wieder - wie bei Ittenbach-Produktionen so üblich - über Österreich zu beziehen sein wird, vordergründig deftige Metzel-Orgien für den anspruchslosen Blutwurst-Fanatiker bietet und somit einen gewissen Unterhaltungswert offenbart.
(5 / 10)