Jetzt ist sie also draussen, die deutschsprachige "Uncut-Version" des neusten Ittenbach-Krachers. Meine Erwartungen waren nicht sonderlich hoch insofern konnte mich auch nichts sonderlich negativ überraschen. Wieder einmal hat es Olaf geschafft aus einer bescheuerten Story, größtenteils grottigen Darstellern und B-Movie-Effekten den Splatterfans neue Nahrung zu geben.
Nach einem, für Ittenbach-Verhältnisse, überraschend gut inszenierten Anfang herrscht erstmal gähnende Langeweile. Einige Rückblenden versuchen das, leider seltenst gekonnt, zu überspielen. Das der Film im Grunde die selbe Story zweimal abspielt stört dabei eigentlich weniger als diese völlig talentfreien Schauspieler. Andererseits haben eben diese eine gehörige Portion Wiedererkennungswert, hat man doch den Großteil schon in anderen Produktionen des Bayers gesehen. Dass der Film nach der ersten Viertel Stunde sowohl Story-technisch als aus Handwerklich abflacht mag den typischen Ittenbach-Fan nicht besonders stören. Viel schlimmer wiegt da die Tatsache, das "Chain-Reaction" nicht mal sonderlich brutal ist. Die wenigen Gore-Szenen sind zwar recht ordentlich gemacht, aber irgendwie hatte ich mir da schon mehr Grausamkeiten erwartet. Da helfen auch die wenigen lustigen Einfälle (v.a. die Hoden-ausschab(!)-Szene) nicht mehr dieses Machwerk aus dem Dreck zu ziehen. Das sich ein einstmals guter Schauspieler wie Jürgen Prochnow für eine ziemlich unsinnige Nebenrolle hergab, mag zwar dem Regisseur schmeicheln, nicht jedoch Prochnow selbst, der blaß und unmotiviert vor sich hinagiert.
Und wieder einmal stellt sich mir die Frage, warum der Olaf sich nicht einfach auf das beschränkt was er kann: FX ! Man hätte diesem Mann niemals eine Kamera in die Hand drücken dürfen, geschweige denn ihn mit Geld unterstützen sollen. Warum kann er sich nicht einfach damit begnügen, wie bei "Bloodrayne", in den Credits aufzutauchen. Warum muss er um Himmels Willen Filme machen, wenn er einfach nicht dazu fähig ist !?!
Um es kurz zu machen, "Chain-Reaction" ist ein B-Movie ohne Höhepunkte, aber auch ohne allzugroße Tiefpunkte, der gerade deswegen äußerst langweilig wirkt, und spätestens nach der ersten Stunde zu unkontrollierten Gähn-Anfällen führt - selbst bei Menschen die Gore-Filmen eher abgeneigt sind und eigentlich vom Blutgehalt schockiert sein müssten. Fragt sich eigentlich nur noch ob diese völlig bescheuerten Pseudo-Vampire (da waren ja die Masken in "From Dusk till Dawn" sogar noch um Längen besser) wegen Ittenbachs Humor den Yoda-Slang beherrschen, oder ob da einfach nur die Synchro Mist gebaut hat. Und natürlich, warum man sich so ein stümperhaftes Filmchen anschauen sollte, wenn es doch - auch im Splatter-Bereich - einige richtige Perlen wie etwa Evil Dead gibt.