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Der Arzt Doug Madsen wird in einen Autounfall mit einem Gefängnis-Bus verwickelt und, nachdem es den Gefangenen gelungen ist, ihre Bewacher zu töten, als Geisel genommen und in die Wälder gen Richtung Kanada verschleppt. Unterwegs stoßen die Kriminellen auf eine abgeschieden gelegene Hütte, in der ein paar merkwürdige Gestalten hausen. Diese entpuppen sich schnell als wahre Ungeheuer, die mit den entflohenen Sträflingen blutigst kurzen Prozess machen. Lediglich Doug kann mit Hilfe der zur Dämonen-Sippe gehörenden Alice fliehen. Als man ihn auffindet, erscheint die Geschichte, die er dem ermittelnden Beamten auftischt, nicht allzu glaubhaft und so soll der Mediziner nun per Bus in ein anderes Gefängnis überführt werden, um dort seine Untersuchungshaft abzusitzen. Unterwegs kommt es allerdings erneut zu einem Autounfall und wiederum können sich einige Gefangene in die Wälder absetzen... wo sie sich schon bald in der besagten Hütte wiederfinden... Dass es bei Olaf Ittenbach erzählerisch nicht immer für einen abendfüllenden Spielfilm gelangt hat, konnte man ja bereits an seinen Anthologie-Streifen "The Burning Moon" und "Beyond the Limits" sehen... und selbst da hat sich trotz des verwendeten Kurzgeschichten-Formats schon so einiges gezogen. So kackdreist wie bei "Chain Reaction - House of Horrors" ist er aber bislang noch nicht zu Werke gegangen, bei dem quasi einfach mal die (dünne) Handlung mittendrin resettet wird und die Geschichte wieder bei null anfängt. Das ist dann ungefähr so, als würde man sich nur 'nen halben (schlechten) Film ansehen... aber den dafür zweimal hintereinander. Einen derart bizarren narrativen Kniff hätte man schon ganz anderen Filmemachern als Ittenbach nicht verziehen, aber hier nimmt sich dieser Umstand dann doch glatt nochmal doppelt so schlimm aus, denn im Endeffekt bedeutet das schlicht, dass es außer den immergleichen, schon oft gesehenen Splätter-Späßen hier wirklich mal absolut gar nichts zu holen gibt. Und gerade im Bereich der blutigen Spezial-Effekte hat Ittenbach selbst zuvor mit seinem eigenen "Premutos - Der gefallenen Engel" die Meßlatte schon ziemlich hoch gelegt und sie im Anschluss auch nicht nochmal überspringen können. Schade eigentlich, denn was die handwerkliche Seite der Angelegenheit anbelangt, ist doch tatsächlich eine Steigerung eingetreten, denn die Technik wird zunehmend professioneller gehändelt und auch der Kurz-Auftritt von Jürgen Prochnow verleiht "Chain Reaction - House of Horrors" - zumindest bei oberflächlicher Betrachtung - durchaus den Anschein, ein "richtiger" Film zu sein. Formal hat man die holprigen Home Made-Anfangstage weit hinter sich gelassen und so stimmen diesmal Fotografie, Schnitt (astrein montierte Szenen-Übergänge etc.) und Kamera-Bewegungen... es happert halt mal wieder nur derbe am Drehbuch. Fazit: Ein in seiner Gesamtheit unbefriedigendes Gore-Epos, nach dem in erzählerischer Hinsicht überzeugenderen "Garden of Love" ein deutlicher Rückschritt.

3/10

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