Review

Die Handlung ist sehr dicht an From Dusk till Dawn 1, denn in einem abgelegegen Gebäude greifen dort hausende Vampire eine Gruppe von Verbrechern an. Zwar diesmal nicht in einem Nachtclub, sondern in einem eher Mittelalterlichen Gasthof, aber das Prinzip ist auffallend ähnlich.

Da haben wir aber auch schon das erste Manko:
Das Flair des schillerndes Nachtclubs und die rockige bis einschmeichelnd Musik aus  From Dusk till Dawn fehlen völlig. Der karge Mittelalter-Gastraum kann damit weder optisch mithalten, noch gibt es musikalische Genüsse, und auch die Ästhetik von nackten Tänzerinnen vermisst man. Da fällt mir in diesem Zusammenhang ein, daß generell deutsche Amateurfilme sich extremst schwer damit tun REIZVOLLE Nacktheit einzufangen. Es gibt in anderen Werken (wie Necronos) zwar haufenweise Nackte, doch das wird von den in der Welt ja als etwas grobschlächtig bekannten Deutschen fast nie in einer reizvollen oder ästhetisch ansprechende Art präsentiert.
Vielleicht hat aus deswegen Ittenbach hier, der mit der Verfilmung von Chain Reaction ganz klar auf den amerikanischen Markt zielt, auch deswegen jede Nacktheit weggelassen. Zum einen könnte er ggf. gemerkt haben, daß deutsche Amaterufilme das eh nicht sexy hinkriegen - zum anderen könnte er auch einfach daran gedacht haben, wieviel leichter sich Filme in den USA vermerkten lassen, wenn sie keine Nacktszenen enthalten.


Was aber der größter Unterschied ist: Die Welt ist sich einig, daß From Dusk till Dawn 1 die kultigsten Dialoge aller Zeiten hat und zwar in einer solchen Masse, daß fast jeder Satz zum Genuss wird.
Chain Reation hat zwar sinnvolle und korrekte Dialoge, aber kultverdächtig sind die nicht. Keine pfiffigen Redewendungen, keine raffinierten Wortspiele, keine flotten Sprüche, die man immer wieder gerne hören würde. Stattdessen solide und brave B-Picture Dialoge nach US-Masche. Die nerven aber oft, denn in zu vielen anderen Filmen haben wir schon gesehn, wie Verbrecher oder korrupte Polizisten anderen Leuten ein Schußwaffe vorhalten und dann das übliche Zeug reden in dem Sinne: Wenn du nicht tust, was ich sage, dann leg ich dich um. Bei Chain Reaction hören wir das nun in zwei Gruppen immer und immer wieder. Rund 25 % der Laufzeit des Films wird mit solchen handelsüblichen Macho-spielt-sich-mit-Knarre-in-der-Hand-auf gefüllt. Dadurch zieht sich der Film, denn das ist alles andere als ein Genuss.


Wenn es dann zu Action kommt, sind die Effekte großartig und sammeln Punkte. Die Vampire wirken auch gefährlich und angriffslustig. Also recht gute Szenen der Konfrontation. Neu ist dabei auch, wie gezeigt wird, wie sich Zerhackte wieder zusammensetzen. Das hab ich so noch nie in einem Vampirfilm gesehen und ich kenne fast alle.

Was weniger gut ist, ist die Tatsache, daß sämtliche Vampire wieder loebendig werden, egal wie man sie zerhackt oder zermatscht hat. Das ist ärgerlich, weil es also keine Wirkunsgtreffer sind und das Ganze ohne Ergebnis weitergeht. Der Schluß ist dementsprechend unerfreulich.

Einen Vergleich zu Nikos the Impaler möchte ich anstellen. Nikos ist zwar pfiffiger in seiner zum Ende hin verrückten Handlung, aber er ist auch ärgerlicher, weil dort fast nur Unschuldige abgeschlachtet werden. Dem gegenüber werden bei Chain Reaction hauptsächlich Verbrecher getötet und das tut uns nicht so weh, das tut sogar weitgehend gut.

Die Darsteller haben aber recht gut gespielt.

Insgesamt ist der Film nicht schlecht. Kein Hgihlight, aber sehbar und ich hab ihn sogar zweimal geschaut im Laufe der Jahre.

6,5 / 10

Details
Ähnliche Filme