Um den idyllischen See Tenkiller rankt sich folgende seltsame Legende. Nachdem ein junges Indianermädchen gegen ihren Willen von einem rivalisierenden Stamm verschleppt wurde, rächte sie sich grausam, indem sie zehn feindliche Männer in die Tiefen des Sees zu ihrem nassen Grab zog. Dieses schöne Plätzchen haben sich nun die beiden Freundinnen Janna (Michelle Merchant) und Leslie (Stacy Logan) für einen Sommerurlaub ausgesucht. Letztere will dabei etwas Abstand vor ihrem tumben, nervenden Freund Josh (Kevin Meyer) gewinnen, der sie ziemlich heftig bedrängt. Die Leute in der Gegend, wie der Kneipenbesitzer Charlie (Dean Lewis), der Bootsvermieter Preacher (Dale Buckmaster) oder der "Mann für alles" Tor (Michael Shamus Wiles) scheinen allesamt ganz nett zu sein. Und doch geschehen brutale Morde.
Lange mußte ich im fauligen Schmutz wühlen und durch stinkende Exkremente waten, doch nun scheine ich ihn tatsächlich gefunden zu haben. Ladies & Gentlemen, hier ist er, Terror at Tenkiller, der wahrscheinlich langweiligste Slasher aller Zeiten. Dieser Film ist so unfaßbar lahmarschig, daß man ihn wohl selbst gesehen haben muß, um es zu glauben. Alles, wirklich alles in diesem Machwerk ist langsam und fühlt sich an, als ob man es vorher ausgiebig in Valium gebadet hätte. Angefangen von den Schauspielern über diverse Spaziergänge, die Kämpfe, die Morde bis hin zu den Gesprächen und dem lachhaften Schneckentempo des Streifens... eine schlafwandelnde Schildkröte kommt einem da glatt vor wie Usain Bolt in Bestform. Und es passiert fast nichts! Okay, das ist falsch formuliert. Natürlich passiert etwas, aber das, was da geschieht, ist so dröge und uninteressant und zäh, daß es einem vorkommt, als würde knapp neunzig Minuten lang überhaupt nichts passieren.
Dafür wird man mit Vogelgezwitscher und Grillengezirpe zugekleistert, wie ich es noch nie zuvor erlebt habe. In nahezu sämtlichen Outdoor-Szenen (und auch in vielen Sequenzen, die drinnen stattfinden) wird so lustig um die Wette gezwitschert respektive gezirpt, daß das Trommelfell bald um Gnade winselt. Darüber hinaus macht Regisseur Ken Meyer in seinem (gottlob einzigen) Film so ziemlich alles falsch, was man nur falsch machen kann. Dramaturgie, Spannungsaufbau, Figurencharakterisierung... totale Fehlanzeige. Und dann verschwenden er bzw. Drehbuchautorin Claudia Meyer auch noch ihren einzigen Trumpf, indem sie die Identität des Killers viel zu früh enthüllen. Da können die eine stimmungsvolle Traumszene, die schöne Location (gedreht wurde das Debakel in Oklahoma), die kurz vor der Kamera entblößten Brüste eines der Mädels sowie das klein wenig Gore nichts mehr wettmachen. Terror at Tenkiller wäre ein Fest für Freunde des miesen Films, wenn er nur nicht so fürchterlich langweilig wäre. So ist dieses lahme Slasher-Movie eigentlich nur eines: die filmgewordene Ödnis.