Review
von Leimbacher-Mario
Einschlafslashlette
„Terror At Tenkiller“ ist nur für die hartgesottensten Slasher-Allesgucker - und selbst die werden diesen Urlaub am See tief bereuen! Das erstmal als Warnung vorausgestellt. Denn vor diesem 80er-Schlitzer-Unkraut muss man definitiv/leider warnen. Ich hatte ihn jahrelang als Astro-DVD auf Messen wahrgenommen und ignoriert, irgendwo ganz nach hinten auf die Watchlist gepackt - wäre er doch mal nur dort geblieben... Handlung: zwei Freundinnen fahren an einen See bzw. eine Art billigste Wellnessabsteige, weil der anstrengende Boyfriend der einen Stress macht und nicht mit der Trennung umgehen kann. Blöd nur, dass am Ort der Entspannung ein noch viel gefährlicheres Stück Mann sein Unwesen treibt, die was kein Spoiler ist und sofort (!) aufgedeckt wird...
Will ich wirklich möglichst alle Slasher (vor allem der 80er) aufsuchen und früher oder später schauen? Die Frage stellt sich nach einem solchen Krampf wie „Terror At Tenkiller“ natürlich umso dringlicher, schmerzlicher. Aber wer an die ein oder andere Frucht will, muss sich wohl auch durch den Dreck wühlen... Ein (sich mehrmals wiederholender) Shot eines einsamen Anglers in seinem Boot auf dem See, ein Messer das tief in einen Arm eindringt/diesen absägt, die zwei schlagenden (aber leider nahezu durchgängig verhüllten) Argumente unserer Protagonistin und eine kurze, neblige Traumsequenz - diese Szenen können minimale Pluspunkte verbuchen. Der Rest, und ich meine wirklich ALLES, ist massiver Dünnpfiff, eine heftige Schlaftablette. Die Dialoge werden mit einem Timing und Elan vorgetragen, den man sonst nur von der Grundschultheatervorstellung kennt, die wenigen Kills sind jämmerlich und verkümmert, an Schauwerten mangelt es von vorne bis hinten. Zudem ist der Score seltsam upbeat, das ganze Teil wirkt wie ultrabillig, ohne Gefühl und völlig seelenlos zusammengekloppt um im Zuge der Slasherwelle einen schnellen Dollar zu machen. Absolut talentfrei und gierig und schäbig. Ich glaube da wäre „Friday the 13th: Part 36“ noch unterhaltsamer (gewesen). „Terror At Tenkiller“ bietet beim besten Willen und selbst mit zwei zugedrückten Augen nichts, was man auch nur ansatzweise in seinem Filmguckerleben vermissen würde. Ich hoffe ich begegne diesen kalten Füßen in Filmform nie wieder. Alles andere würde an Folter grenzen.
Fazit: definitiv einer der ärmlicheren, lahmeren 80er-Schlitzer am Markt. Tödliche Langeweile!