"Cleaning woman! Cleaning woman!"
Das Duo Carl Reiner und Steve Martin hat gemeinsam eine Reihe der wohl großartigsten Komödien der 80er Jahre gedreht. Die ganze Genialität des Duos, das immer gemeinsam die Drehbücher verfasste, zeigt sich aber eindeutig in "Tote tragen keine Karos", der zugleich technisches und inszenatorisches Meisterwerk und Film Noir Parodie ist. Dabei bedienen sich Reiner und Martin eines genialen Schachzugs. Wo andere billig kopieren und binden die beiden die Helden der schwarzen Serie in ihren Film mit ein und so wird Steve Martin auf eine aberwitzige Reise quer durch die Filmhistorie geschickt.
Die Story bedient sich der gängigen Film Noir Eigenschaften. So spielt Steve Martin den Privatdetektiv Rigby Reardon, bei dem eines Tages die gleichermaßen schöne wie geheimnisvolle Juliet Forrest (Rachel Ward) im Büro steht und ihn bittet den Tod ihres Vaters zu untersuchen. Natürlich macht sich der Detektiv auf die Suche und ist bald in eine komplizierte und vielschichtige Geschichte verwickelt, in der nicht nur die Carlotta Listen eine wichtige Rolle spielen, sondern im Finale auch noch die Nazis ins Spiel kommen und Reardon die Vernichtung der USA durch Käse verhindern muss.
Bei seinen Nachforschungen begegnet Steve Martin den großen Stars des Hollywood Kinos. Genial wurden die Szenen aus unterschiedlichsten Filmen in "Tote tragen keine Karos" eingebunden. Dabei wurde Martin nie in die alten Szenen eingefügt, sondern die Geschichte wird erst durch Zwischenschnitte zu einem ganzen, und ermöglicht so großartige "Unterhaltungen" zwischen Steve Martin und den alten Größen. Die Liste der "recycelten" Darsteller ist lang, so darf man Edward Arnold, Ingrid Bergman, James Cagney, Joan Crawford, Bette Davis, Kirk Douglas, Ava Gardner, Cary Grant, Alan Ladd, Veronica Lake, Charles Laughton, Charles McGraw, Ray Milland, Vincent Price, Barbara Stanwyck und Lana Turner bewundern. Natürlich auch nicht fehlen darf da Humphrey Bogart, der hier als Phillip Marlowe zum Handlanger Reardons wird und immer wieder auf seine mangelhafte Kleidung hingewiesen werden muss.
Man merkt dem Film in jeder Sekunde an, das sowohl Steve Martin als auch Carl Reiner hier keinesfalls ein Genre komplett der Lächerlichkeit preis geben wollten, sondern vielmehr eine Art eigenwillige Hommage schaffen wollte, die sich auf äußert humorvolle Weise der alten Klassiker annimmt und diese auf fantastische Art und Weise parodiert. Dazu kommen aber natürlich reichlich geniale Gags, die auch beim 20. mal ansehen noch zum Umfallen komisch sind.
Technisch wurde großes geleistet, so passen sich die Szenen aus den alten Filmen wunderbar in die (logischerweise) ebenfalls in Schwarz/Weiß gedrehten "neuen" Szenen. Um die Szenen auch optisch perfekt einzubinden wurden die Original Kulissen und Sets detailgetreu nachgebaut um Steve Martin und die anderen Akteure einzubinden. Um das ganze noch flüssiger und in sich stimmiger zu gestalten wurden auch immer wieder Schauspieler in den original Kostümen mit dem Rücken zur Kamera gefilmt um somit noch mehr Atmosphäre zu erzeugen.
"Tote tragen keine Karos" ist heute schon ein Klassiker des Komödiengenres und zählt zum einfallsreichsten und witzigsten was in dem Bereich jemals gedreht wurde. Steve Martin und Rachel Ward bilden ein wundervolles Duo, die Chemie stimmt einfach und wer hier nicht lacht hat eindeutig keinerlei Sinn für Humor. Natürlich empfiehlt es sich den Film im Original anzusehen, da so erst die großartigen Wortwitze erst ihre volle Wirkung entfalten. Eine meiner absoluten Lieblingskomödien und deshalb gibt es 9,5 Punkte für dieses Meisterwerk.