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Eine Mutter kauft eine Bruchbude von Leichenhaus samt angrenzendem Friedhof auf, irgendwo in einer matschigen, nicht gerade hübschen Gegend. Ihre Kinder sind vom morbiden Ambiente wenig begeistert, doch während die kleine Jamie die Bekanntschaft mit dem deformierten Vormieter gemacht haben will, findet Sohnemann Jonathan schnell Anschluss im örtlichen Diner. Der Mythos um die Horrorbestatter, die einst in dem heruntergekommenen Haus wohnten, scheint nicht von ungefähr, die Jugend betrachtet es als Mutprobe, den nächtlichen Friedhof zu frequentieren. Die Neugier siegt und das komische schwarze Zeug, das überall wuchert, ist auch bestimmt nicht gut. Was Tobe Hooper auftischt, ist nicht leicht verständlich, da wäre die Nummer mit dem Schleim, der Menschen besessen macht, andererseits jener Bobby Fowler, der in einer mit Knochengedöns ausstaffierten Gruft lebt, wie einst Leatherface in "Texas Chainsaw Massacre" und zu guter Letzt auch noch eine merkwürdige Ansammlung von Spezialeffekten, in die die Flucht vor den Untoten mündet. Viele Ideen verderben manchmal den Schrecken, wenn die Richtung ständig wechselt und das Potpourri zudem auch noch unbefriedigend endet. Zumindest beweist der Altmeister, dass er in einigen kleinen Highlights dazu in der Lage ist, knochentrockenen, schwarzen und stellenweise bösen Humor in einen Horrorfilm einzubauen, zwischen Einbalsamierung, der umgeschulten Mutter und Zombifizierung der Halbstarken des Dorfes kann dieser Film gut gefallen. Doch wohin will Tobe Hooper eigentlich? Er taumelt von atmosphärischen Gruselhausanleihen zu einer angedeuteten Zombiekomödie, die hätte bissig werden können. Dann wieder etwas Teeniehorror, mit Liebesgeschichte, Joint und Außenseiterstatus von der Stange und ein morbider Sickoeinschub, denn er wird ja immer wieder an seinem genialen "Texas Chainsaw Massacre" gemessen. Schließlich landet der Plot ganz woanders, nämlich beim phantastischen Fantasyhorror, wie er sonst in Verfilmungen von H-P. Lovecraft gern verwendet wird. Alles für sich genommen ganz nett anzusehen, doch so richtig schlüssig ist das Konglomerat nicht, macht sogar oftmals den Eindruck, der Altmeister begnüge sich, nachdem sein bestes Werk seit etlichen Jahren ausgerechnet ein Remake ("The Toolbox Murders") war, mit diversen Versatzstücken vom Reißbrett.

Fazit: Buntes, doch irgendwie konstruiert morbides Durcheinander auf Tobe Hoopers Friedhof.4/10 Punkten

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