Review

Inhalt:

Leslie Doyle (Denise Crosby (Friedhof der Kuscheltiere, Raumschiff Enterprise - Das nächste Jahrhundert) zieht mit ihren Kindern Jonathan (Dan Byrd) und Jamie (Stephanie Patton) in eine kalifornische Kleinstadt um dort, nach dem Tod ihres Mannes, einen Neustart zu unternehmen.

Leslies neuer Beruf: Leichenbestatterin.

Arbeitsplatz ist das Fowler Bestattungsintitut in das die Familie einzieht.

Während Küche und Zimmer in den oberen Bereichen sind, dient der Keller des Hauses der Arbeit Leslies.

Beim Besuch des örtlichen Imbiss macht Jonathan Bekanntschaft mit dessen Besitzerin Rita (Lee Garlington) die zur Zeit gerade eine Aushilfe sucht und auf Nachfrage von Seiten Jonathans diesen sofort einstellt.

Später lernt Jonathan dann Liz (Alexandra Adi), Ritas Nichte, die ebenfalls dort arbeitet, kennen.

Auch mit ihrem (homosexuellen) Freund Grady (Rocky Marquette) schließt er schnell Freundschaft.

Leider sind da noch Cal (Bug Hall), Tina (Courtney Peldon) und Sarah (Tarah Paige), die örtlichen asozialen Teenager, die Jonathan vom ersten Augenblick an als Loser betrachten.
 
Jamie hingegen erkundet den neben den Haus gelegenen Friedhof, auf dem sich auch die Gruft der Fowlers befindet.

Leslie versucht sich (katastrophal) bei der Leichenpräparierung und macht dann noch Bekanntschaft mit Sheriff Howell (Michael Shamus Wiles), der etwas gegen Teenager, die nachts für Mutproben (und Sex) auf dem Friedhof herumstreunen, hat.

Jonathan wird (natürlich nachts) auf der Veranda von Ritas Haus die örtliche Urban Legend über Bobby Fowler erzählt:
Dieser war der letzte Spross der Fowler Familie, die seit der Gründung der Stadt im Besttungsgewerbe tätig waren.
Doch von Geburt war Bobby stumm, enstellt und hatte verkrüppelte Hände und demnach für die Fortführung des Familienhandwerks ungeeignet.

Dazu kam noch das Bobbys Eltern ihn in einem Zimmer mit vergitterten Fenster im oberen Stockwerk des Hauses einsperrten und misshandelten...bis ihr Sohn spurlos verschwand.

Doch 10 Jahre später fand man das Ehepaar Fowler brutal ermordet und es heißt das Bobby immer noch lebt und sich in den dunklen Gängen unter dem Friedhof herumtreibt.

Und zum Leidwesen von Leslie und ihren Kindern ist die Legende wahr aber da ist noch das seltsame schleimige Gewächs im Haus das Leichen und Lebende in Schleim spuckende Zombies verwandelt... .


Meinung:

Regisseure die einen Film gedreht haben der ein ganzes Genre beeinflusst (und Filmgeschichte geschrieben hat) haben ein Problem:
Wenn sie mal einen Film drehen der den Ansprüchen der Fans und Kritiker nicht genügt (da diese den Regisseur immer noch an seinem vorherigen bahnbrechenden, wegweisendem Film messen) werden dann Stimmen laut die meinen der Regisseur hat sein Pulver verschossen, er liefert nur noch billige Unterhaltung etc..

So geht es auch Tobe Hooper, berühmt geworden durch Blutgericht in Texas und dessen Fortsetzung.

In den letzten Jahren drehte der Erschaffer von Leatherface und seiner gestörten Sippe Episoden für Fernsehserien (Shadow Realm,  Nowhere Man, The Others) oder B-Movies (The Mangler, Crocodile, Living Nightmare).

Doch ist das jetzt negativ ?


Ich habe The Mangler, Living Nightmare und Crocodile angeschaut und wurde von diesen Filmen gut unterhalten.
Besonders Crocodile ist Trash in Reinformat während The Mangler und Living Nightmare unterhaltsame B-Movies sind.

Auch Mortuary ist ein gut inszenierter Genrebeitrag für den Heimkinomarkt aber garantiert kein schlechter Film.

Die Drehorte strahlen Atmosphäre aus (allen voran der Leichenkeller und die Tunnel unter dem Friedhof), die Darsteller leisten gute Arbeit und es gibt keinen Leerlauf in der Handlung des Filmes.

Interessant ist das Hooper in Mortuary Elemte des Zombiemythos und der Werke des Horrorschriftstellers H. P. Lovecrafts verwendet.

So entdeckt Leslie in der Gruft der Fowlers eine Inschrift die direkt dem Werk von Lovecraft entnommen ist und auch das Finale nimmt direkt Bezug auf Lovecrafts schleimige Tentakelgötter aus anderen Welten.

Weiterhin sind da noch die Ranken im Haus der Fowlers die lebendig sind und Tote zu mörderischen Zombies machen und Lebende in schwarzen Schleim spuckende Sklaven der namenlosen Kreatur macht.

Doch während die Zombies nun...einfach Zombies sind ähneln Lebende die von den Ranken infiziert worden sind eher mental Versklavten.

So gibt Cal immer denselben Satz von sich und selbst infiziert achtet Sheriff Howell immer noch auf gutes Benehmen.

Als Waffe gegen die Infizierten Lebenden und Toten dient dann Salz.

Und nach alten Legenden über Zombies führt der Geschmack von Salz dazu das sich diese wieder an ihr altes Leben erinnern und zurück in ihr Grab wollen.

Bei Hooper hat das Salz zwar eine etwas heftigere Wirkung aber es ist doch schön das hier auf die bereits vorhandene Mythologie Bezug genommen wird.

Selbst ohne die Horrorelemente hätte Mortuary als schwarze Komödie funktioniert:
Leslies Versuche der Leichenherrichtung für die Beerdigung sind auf makabre Weise einfach nur katastrophal und der Character des Sheriff Howell hätte sich auch gut in Twin Peaks gemacht.

Dann ist da noch Greg Travis als Eliot Cook, Mitglied des Stadtrates und Hausverwalter, von dem man meinen könnte er sei gerade aus einer Nervenklinik ausgebrochen.

Ein weiterer Pluspunkt ist Price Carson als Bobby Fowler mit dessen Charakter Hooper indirekt Erinnerungen an die Sawyerfamilie aus den Texas Chainsaw Massacre Filmen wachruft.

So hat sich Bobby unter den Gängen des Friedhofes seine eigene Behausung (inklusive Dekorationen aus Knochen und Leichenteilen (inkls. Schädelrassel)) eingerichtet und erinnert vom Verhalten her an Leatherface aus dem Original Blutgericht in Texas.

Einer der beiden Autoren für das Drehbuch zu Mortuary war Adam Gierasch (Asylum: Therapie Mord, Big Ass Spider, Red Sands) und einen hat eine kleine Gastrolle als Liz verstorbener Klavierlehrer Mr. Barston (der natürlich später als Zombie zurückkehrt).

Leider liefert Hooper keinerlei Erklärung zu der Verbindung zwischen der Famile Fowler und den dunklen Kräften unter dem Friedhof was aber nicht schwerwiegend ins Gewicht fällt.

Fazit:
Mortuary ist kein großer Meilenstein des Genres aber dafür gute Horrorunterhaltung für zwischendurch. (10/10)

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