Liev Schreiber dürfte den meisten als Schauspieler ein Begriff sein. Er trat z.B. in der „Scream“-Reihe in Erscheinung, oder auch in dem großartigen „The Hurricane“. Dass Herr Schreiber noch andere Talente hat, beweist er mit „Alles ist erleuchtet“, der Romanverfilmung von Jonathan Safran Foer. Schreiber machte nicht nur seinem Nachnamen alle Ehre und verfasste das Drehbuch, sondern setzte sich gleich noch auf den Regiestuhl, um die skurrile Reise des Juden Jonathan (Elijah Wood) in die Ukraine und in die eigene Vergangenheit zu verfilmen. Um eines vorwegzunehmen: Schreiber ist der Ausflug hinter die Kamera eindeutig gelungen.
Dabei ist der Stoff, den sich Schreiber ausgesucht hat, wahrlich kein leichter, werden immerhin Themen, wie Judenverfolgung, Tod und Trauer angefasst. Dass es dennoch gelingt, eine durchaus humorvolle, wie berührende Odyssee zu zeigen, liegt nicht nur an der differenzierten Regie Schreibers, die den Darstellern genügend Platz zur Entfaltung lässt, sondern auch an den Schauspielern selbst. Elijah Wood gibt den schüchternen, aber dennoch zielstrebigen „Sammler“ Jonathan, der zu den Wurzeln zurückgeht, um nicht nur die Geschichte seiner Familie zu entdecken, sondern auch ein Stück Geschichte im Allgemeinen. Wood erinnert zwar rein optisch in manchen Szenen an seine Rolle als verrückter Mörder in „Sin City“, doch er schafft es Leben in seine Rolle einzuhauchen. Gerade seine Leistung ist es, die den Film trägt, da es seine Figur ist, die die Handlung ins Rollen bringt, obwohl Wood dabei ohne viel Dialog auskommen muss. In diesem Momenten lebt sein Spiel von seiner Mimik. Eine riesige Brille unterstreicht Woods ohnehin schon großen Augen, die mal traurig, mal nachdenklich oder ängstlich in die weiten Felder der Ukraine blicken. Eine weitere tragende Säule dieser Besetzung ist Eugene Hütz, der den ukrainischen Reiseführer gibt und dabei völlig der amerikanischen Kultur verfallen ist. Hütz ist an einem Großteil der komischen Szenen des Films beteiligt, da er immer einen lockeren (und grammatikalisch nicht ganz korrekten) Satz auf den Lippen hat. Dass er auch in den nachdenklichen Szenen überzeugen kann, spricht für sein differenziertes Spiel. Auch die weitere Besetzung kann voll überzeugen und sorgt für so manche skurrile Situation.
Schreibers träumerischer Erzählstil lässt das Publikum nicht zu lange im Unklaren, sondern konkretisiert die malerischen Bilder immer im richtigen Moment. Somit hat der Zuschauer oft im wahrsten Sinne des Wortes oft das Gefühl, erleuchtet zu weren. Unvorgesehene Wendungen und witzige sowie tiefgründige Dialoge runden diesen Film angenehm ab. So geht man gern auch ein zweites oder drittes Mal zusammen mit Jonathan auf die Reise in die Ukraine und lässt sich erleuchten...
Fazit:
8 / 10