Review

"Requiem pour un vampire" war mein erster Film von Jean Rollin - und wird sicher nicht der letzte sein.

Natürlich ist, wie die Cineasten nicht oft genug betonen, Jean Rollins Mischung aus explizitem Sex und langen poetischen Einstellung nicht jedermanns Sache. Allerdings wird jeder, der ernsthaft an Film interessiert ist, nicht leugnen können, dass Rollin keineswegs nur die niederen Instinkte anspricht. Auf keinen Fall ist "Requiem pour un vampire" ein Pornofilm. Dafür ist einfach zu wenig Sex drin. Wenn es allerdings zur Sache geht, dann richtig.

Der Film handelt von zwei jungen Gaunerinnen, die sich auf der Flucht vor der Polizei (oder wem auch immer) zu einer alten Burg verirren. Diese wird von merkwürdigen Gestalten bewohnt, und einem Vampir, dem letzten seiner Art...

Rollin hat Zeit, viel Zeit. Sein Erzählstil besitzt ungefähr das Tempo eines frühen Wim-Wenders-Films. Doch das ist angesichts der wunderbaren Bilder kein Beinbruch, im Gegenteil: Man kann sich fallen lassen und geniessen. Die preiswerte, aber durchdachte Ausführung lässt kaum Wünsche offen, und die beiden Hauptdarstellerinnen sind an Charme und Natürlichkeit kaum zu überbieten.
Wunderbar ist auch die Musik.

Das Werk war für mich der ideale Einstieg ins Rollin-Universum. Bitte in der ungekürzten US-Fassung geniessen!!!

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