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Zwei hübsche, junge Damen irren auf der Flucht vor dem Gesetz durch die französische Pampa bis sie auf eine vermeintlich verlassene Burgruine stoßen. Des Nachts erwachen dort jedoch lüsterne Vampire, welche die Mädels gefangen nehmen und für ihre Dienste missbrauchen. Bevor sie zu Vampiren gemacht werden, sollen die beiden dem nach Blut dürstenden Pack nämlich als Lockvögel für frische Opfer dienen…

Jean Rollin – ein vor allem in den 70er- und frühen 80er-Jahren aktiver, französischer Regisseur von Nobel-Schmuddelfilmen und heißer Vampir-Erotik – hier mit einem seiner absoluten Meisterwerke. Obwohl REQUIEM POUR UN VAMPIRE ein Schnellschuss war (Rollin musste den Film innerhalb eines Monats fertig stellen), ist er doch mit soviel Grusel-Atmosphäre und knisternder Erotik angefüllt, dass er sämtliche „Dracula“-Filme in ihre Schranken verweist. Gründe dafür: 1.) Die Erotik ist hier um einiges plakativer: Es wird gepeitscht, gezüchtigt und viel nacktes Fleisch zur Schau gestellt. 2.) Darstellerin Marie-Pierre Castel – hier als bildhübsches, zartes Blondchen beinahe der Inbegriff der Lolita. Sie wirkte neben mehreren Rollin-Produktionen (LIPS OF BLOOD, SHIVER OF THE VAMPIRE) auch in diversen Pornofilmen mit. Sie macht diesen überaus stimmungsträchtigen Vampirfilm erst so richtig sehenswert.

Neben einer wahnsinnig aufreizenden Hauptdarstellerin, die vornehmlich im superknappen Minirock durch die Gegend läuft, und fesselnder Geisterschloss-Atmosphäre werden dem Zuschauer vor allem in ihrer Tristesse bezaubernde Bilder der kargen französischen Herbstlandschaft geboten. Als Schauplätze dienen u.a. ein verwitterter, alter Friedhof und eine Burgruine aus dem 16. Jahrhundert. Stark stimmungsverstärkend wirkt ferner, dass kaum geredet wird. Bewusst auf Dialoge verzichtend, überlässt Rollin uns kommentarlos seinen ausdrucksstarken Bildern, vor denen man dann zeitweise sitzt wie vor einem Stillleben. Diese Sprachlosigkeit lässt die Vampirgeschichte beinahe zur Nebensache werden und REQUIEM POUR UN VAMPIRE wie einen Kunstfilm erscheinen. Die Story an sich ist nett, haut aber nicht sonderlich vom Hocker, weshalb man beim Betrachten schon ein wenig Zeit und Geduld mitbringen sollte.

Story: (+)(+)(-)(-)(-)
Spannung: (+)(-)(-)(-)(-)
Erotik: (+)(+)(+)(-)(-)
Atmosphäre: (+)(+)(+)(+)(+)

Fazit:
Vampir-Sleaze meets Arthaus. Gilt als einer von Rollins Besten.

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