Der Wilde - The Wild One
Ich hab mir im Zuge meiner momentanen Affinität zu alten Klassikern nun auch diesen Meilenstein des Kinos reingezogen. Wir schreiben das Jahr 1954, Marlon Brando ist gerade mal 30 Jahre jung und mit "Der Wilde" entsteht einer der ersten Filme aller Zeiten, der sich explizit mit der Rebellion der Jugend gegen ihr Umfeld befasst.
In diesem Fall wird diese Jugend durch eine Motorradgang verkörpert, die ziellos durch die USA fährt und schließlich in einem abgelegenen, verschlafenen Örtchen landet, welches sehr stark (und vermutlich auch nicht zufällig) an die Kulissen alter Westernklassiker erinnert.
Zur Story:
Johnny (Brando), der Anführer der Gang, die sich im Übrigen "Black Rebel Motorcycle Club" nennt, macht sich also mit seiner gesamten Mannschaft in diesem Nest breit, bandelt mit der Tochter des Sheriffs an und benimmt sich natürlich nicht immer ganz "konventionell" und erst recht nicht so, wie es die Dorfbewohner von ihm erwarten. Das führt nach einiger Zeit zu Streitereien zwischen der Motorradgang und den Bewohnern, die nach der Ankunft einer rivalisierenden Motorradgang zu eskalieren drohen....
Mehr zu verraten wäre gemein all denen gegenüber, die den Film noch nicht kennen. Ich kann nur sagen, dass "Der Wilde" auf jeden Fall in einem Atemzug mit "...denn sie wissen nicht was sie tun" mit James Dean zu nennen ist, da Aufbau und Intention dieser Filme sich doch sehr ähneln. Das damalige Publikum muss schon extrem geschockt gewesen sein, von dem was sie sahen. Tja, damals reichten noch rebellierende Jugendliche, Schlägereien und enge Jeans um die Kinobesucher zu schocken. Die Zeiten sind (leider) vorbei. Trotzdem hat "Der Wilde" bis heute nichts an Kraft und Emotionalität einbüßen müssen. Man kann sich einfach sehr gut mit Johnny identifizieren, der eigentlich niemandem etwas Böses will und sich am Ende lediglich gegen die von den Dorfbewohnern ausgehende Gewalt zur Wehr setzt.
FAZIT:
Ein starkes Stück Kinogeschichte, dass heute (fast) noch genauso wirkt wie damals. Volle Punktzahl!