Eine wunderbare Romanze, ein schräges & rabenschwarzes Coming-of-Age-Movie oder doch eine morbide & bissige Satire? Egal. Hal Ashbys Harold und Maude ist ein großartiger Film, den man nur schwer wieder vergisst.
Harold (Bud Cort) ist ein junger Mann aus reichem Hause, der seine Mutter (Vivian Pickles) schockt, indem er sich umbringt. Die ersten paar Male hat es gut geklappt, aber inzwischen hat sie sich daran gewöhnt. Er bringt sich natürlich nicht echt um, er tut nur so. Mama denkt nun, es ist Zeit für ein Ende des Herumalberns & will ihn verheiraten.
Maude (Ruth Gordon) ist eine knapp 80jährige Frau, agil & voller Lebensfreude, die gerne Begräbnisse besucht & dort auch mal Autos klaut. Bei einem dieser Begräbnisse lernen sich Harold & Maude kennen & werden Freunde & sogar mehr als das.
Der Streifen hat eine ganz eigentümliche Stimmung, die durch Cat Stevens' begleitende Songs verstärkt wird. Mal ist der Ton lustig & zärtlich, dann wieder makaber & traurig. Und Maude mit ihrem verschmitzten Charme ist umwerfend, davon können auch Polizisten ein Lied singen. Die alte Dame gibt nämlich gern Gas, auch im Leichenwagen, liegt der doch gut in den Kurven.
Eine sonderbare, unkonventionelle & kultige kleine Perle.