Wohl gedacht als fulminantes Gangsterepos im Stile der 60er Jahre kann Hard Game 2 nicht wirklich überzeugen.
Zu dünn und unausgereift die Story, zu schwach der gesamte Filmaufbau. Was schon relativ lahm beginnt mit der Rückkehr des Cheung Ye-Pang (Andy Lau) und seiner Frau (Cherie Chan) nach Shanghai, wo er sich der Bekämpfung des Drogenhandels widmen soll, wird leider auch im Laufe des knapp 99-minütigen Dramas nicht wirklich dynamischer. Trotz sich steigernder Action und einigen gelungenen Stunts kam bei mir kein wirkliches Feeling für den Film auf.
Zu offensichtlich waren Ungenauigkeiten und der scheinbar beim Regisseur vorhandene Gedanke, der Zuschauer sei dämlich. Da findet Andy Lau, mit leichtem Gepäck in die Höhle des Löwen, ähm, Verzeihung, der Drogendealer eindringend, plötzlich durch einen Glücksfall gleich ein passend montiertes MG, mit dem er die Gangster abknallen kann - blöd, daß das Magazin nach so wenigen Schüssen schon leer ist, während draußen vor der Höhle seine Komplizin (oder besser Kollegin...) minutenlang durch die Gegend schießt - mit immer demselben Magazin. Und derart zum Kopfschütteln animierende Szenen gibt es leider im Dutzend. Ich sag bloß „Himmelsleiter“… (Anm.: eine nette kleine Metalrutsche zum Abtransport der Drogen, die beim Benutzen als Fluchtweg plötzlich zu ungeahnten Längen heranwächst…)
Wären da nicht der charismatische und streckenweise einfach genial spielende Andy Lau (ja, stimmt, ich find den toll, der sieht blendend aus und ich bin daher auch "vorbelastet") und die überzeugende Cherie Chan sowie einige gute Actionszenen, könnte man genauso gut bloß die letzten fünf Minuten des Films gucken, in denen Cheung Ye-Pang stirbt und sein Leben (jedenfalls den Teil, der im Film vorkommt) im Zeitraffer nochmal vor seinem geistigen Auge ablaufen sieht.
Warum ich denn doch noch zu einer vergleichsweise guten Wertung gekommen bin?
Weil mich Andy Lau und Cherie Chan mit ihrer ganzen Mimik und Gestik und allem drum und dran überzeugt haben! Und weil zumindest einige wirklich interessante Actionsequenzen den Film aufgehellt haben - und weil ich dazu neige, mathematisch aufzurunden.
Fazit: 5,5/10 Punkten - nicht überwältigend, aber man muß nicht vorspulen - reicht somit für einen entspannten Abend.