Review

Die Geister, die sie nicht rief

Besser, packender und mysteriöser gab's filmische Schizophrenie selten,
selbst wenn Altmanns Horrordrama es einem leicht macht es zu schelten.

Schwer zugänglich, voller Fragen und gespenstigen Doppelgängern, 
einen Aufenthalt in diesem angeknacksten Hirn will man nicht freiwillig verlängern.

„Images“ steckt voller Unsicherheit und Psychosen,
er lässt sich nicht so leicht stecken in Schubladen und Dosen.

Was ist echt und wer bin ich,
hier lässt einen so manch eine gelernte Wahrheit im Stich.

Über die Gedanken, Ängste und Geheimnisse einer schönen Frau,
hat diese hypnotische Collage mehr warnende, einlullende Farben als ein Pfau.

Aufgebaut eher wie ein Gedicht als eine klassische Geschichte,
zum Glück, dass ich ihn jetzt erst, mit etwas Erfahrung, sichte.
 
Da verrinnt der Boden der Sicherheit wie fragiler Sand,
wenn man das hier nach üblichen Kriterien sortiert, sieht man schnell mehr kein Land.

Inspiriert von Bergmann, der Photographie und innerer Zerrissenheit,
wirkt Altmann hier sehr verspielt, instinktiv, locker drauf und fast befreit.

Ein Film der Emotionen, den muss man über sich kommen, auf sich wirken lassen,
denn nicht jedes Bild und jede Wendung kann man auf Anhieb fassen.

Die irische Landschaft wirkt verträumt und fast wie ein Mini-Kugel mit Moos und Schnee,
da kann man zusammen mit einem experimentellen (!) John Williams-Score manch einen versteh'n, der das hier lobt über den Klee.

Fazit: ein brillantes Vexierspiel von Robert Altmann. Spiegelbilder der Furcht, der Verunsicherung, des Wahnsinns. Eher eine seiner Fingerübungen, aber nicht minder genial. Tolles Double Feature mit Polanskis „Repulsion“. Verstörend. Stilvoll. Sinnlich. Kaputt. 

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