Review

Vier Horror-Episoden ohne verbindende Rahmenhandlung. „Terror in Topanga“: Ein aus der Klapsmühle entflohener Irrer macht einen ruhigen Vorort von L.A. unsicher und lauert auch der jungen Mutter Lisa auf, die eigentlich nur noch mal kurz Zigaretten besorgen wollte… „Bishop of Battle“: Der Videospiel-Junkie J.J. hat sich dermaßen in das Arcade-Game „Bishop of Battle“ verbissen, dass er sogar nachts in die Spielhalle einsteigt um an dem Automaten zu zocken. Als er zum ersten Mal den legendären Level 13 erreicht, den angeblich noch keiner geknackt hat, entsendet das Spiel plötzlich seine Vektor-Gegner in die Realität, die auch prompt das Feuer auf J.J. eröffnen… „The Benediction“: Der vom Glauben abgefallene Priester MacLeod gerät während einer Autofahrt mitten in der Wüste an einen Pick Up, an dessen Steuer der Teufel persönlich zu sitzen scheint… „Night of the Rat“: Die Hausfrau Claire Houston bittet ihren Ehemann Steven, etwas gegen die Ratten zu unternehmen, die sich in ihrem trauten Heim eingenistet haben. Doch der herbeigerufene Kammerjäger Keefer hat leider schlechte Nachrichten: offenbar handelt es sich bei einem der Viecher um eine sogenannte „Teufels-Ratte“, die den Houstons im wahrsten Wortsinn das Leben zur Hölle macht… „Alpträume“ ist ein etwas hausbackener Episodenfilm, dessen einzelne Geschichten ursprünglich mal für die hierzulande völlig unbekannte TV-Serie „Darkroom“ konzipiert, von den Produzenten dann allerdings doch als zu aufwühlend und damit nicht Fernseh-tauglich erachtet wurden. Unter der routinierten Regie von Joseph Sargent sind die Storys für Kino-Verhältnisse dann aber leider ein wenig belanglos geraten und können somit auch zu keiner Zeit ihre Flimmerkisten-Herkunft verleugnen, liefern dafür aber zumindest einen guten motivischen Überblick über das Ideen-Repertoire des Genres, weshalb hier für wirklich jeden etwas dabei sein sollte. So bietet die erste (und im Übrigen auch beste) Geschichte „Terror in Topanga“ klassischen Schlitzer-Horror, der tatsächlich für die eine oder andere Gänsehaut gut ist. Nach dem Ansehen dürfte dann auch zudem klar sein, wo der Neo-Slasher „Düstere Legenden“ seine Teaser-Sequenz her hat. Danach geht es leider schon qualitativ mächtig bergab, wenn ein extrem aufgestylter Emilio Estevez sich mit einigen Computer-Animationen anlegt, die damals vielleicht State of the Art gewesen sein mögen, aber den F/X-Fanatikern von heute nur noch ein müdes Lächeln entlocken. Die gesamte „Bishop of Battle“-Episode reitet zudem viel zu zeitgeistig den gerade aktuellen Videospiel-Trend, dem wir unter anderem auch solche Streifen wie „Tron“ zu verdanken haben, und ist in Look und Feeling fast schon mehr 80s, als es die 80er Jahre tatsächlich selbst waren. Im Anschluss daran geht „The Benediction“ locker als Westentaschen-Variante von „Duell“ und „Der Teufel auf Rädern“ durch… und ist ebenso seicht und belämmert ausgefallen wie der Letztgenannte. Was die dünne Melange aus Okkult-Grusel und Highway-Action ein wenig rettet, ist mal wieder Lance Henriksen in der Rolle des gebeutelten Priesters, der mit seinem intensiven Mienenspiel auch aus einem derart schlecht geschriebenen Part noch einiges rausholen kann. Nettes Detail am Rande: das umgedrehte Kreuz als Rückspiegel-Verzierung in der satanischen Karre, das zugegeben auch nicht wirklich geschmackloser als ein Paar fette Plüsch-Würfel ist. Und zum Abschluss gibt es dann mit „Night of the Rat“ noch mal eine Kelle Tierhorror, die einiges mit dem etwa zeitgleich entstandenen Ratten-Schocker „Unheimliche Begegnung“ gemein hat. Man merkt es schon, Originalität ist nicht die große Stärke dieser Grusel-Anthologie, die bestenfalls noch als Greatest Hits-Sampler des Horror-Genres durchgeht. Die Spezial-Effekte sind hier allerdings noch mal richtig schlecht, die miserabel einkopierte Riesen-Ratte zum Schluss würde selbst einen Bert I. Gordon die Freudentränen ins Gesicht treiben. Bei einer durchschnittlichen Laufzeit von etwa zwanzig Minuten pro Geschichte sind diese recht kurzweilig geraten und strapazieren die Geduld des Zuschauers nicht über Gebühr. Faint Praise. In Ermangelung echter Höhepunkte dürfte sich der Streifen dann auch lediglich aufgrund der Estevez-Episode seinen Platz im Genre gesichert und als Kuriosum im Gedächtnis der Fans festgesetzt haben. Die ist wirklich trashig schlecht, knallig bunt und totally dated… und hat auch als einzige Story eine zwar lahme, aber immerhin genregerechte Schluss-Pointe in petto. „Terror in Topanga“, „The Benediction“ und „Night of the Rat“ enden nämlich allesamt mehr oder weniger happy, was auch nur ein Beleg dafür ist, dass die Macher hinter „Alpträume“ das gewählte Format nicht so richtig begriffen haben, denn eigentlich freut man sich bei solchen Episodenfilmen doch immer über die bitter-ironischen und/oder schwarzhumorigen Auflösungen, oder etwa nicht? Somit ist Joseph Sargents Streifen also eher miss als hit und belegt aufgrund seiner miesen F/X innerhalb der Flut von tricktechnisch aufwendigen Genre-Beiträgen der frühen 80er Jahre ergo nur einen der hinteren Plätze.

4/10

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