Einer der Filme, die es wert sind, ein Review zu schreiben und eine zweistellige Wertung abzugeben. Was Edward Norton hier in seinem ersten Film bietet, hat er meiner Meinung nach nie wieder erreicht, weder bei Fight Club noch bei American History X, die ich eh beide für recht überbewertet halte.
Norton spielt den schüchternen Messdiener Aaron, der beschuldigt wird, den Bischof von Chicago umgebracht zu haben. Der publicity geile Staranwalt Martin Vail übernimmt die Verteidigung des Beschuldigten, weil er hofft, sich ins Rampenlicht rücken zu können.
Ich kenne kaum einen anderen Film, bei dem man von der ersten Minute an gefesselt ist und die ganze Zeit nicht mal im Traum daran denkt, auch nur eine einzige Szene zu überspringen, und dessen Ende einen beim ersten Schauen dermaßen vor den Kopf schlägt. Spontan fallen mir da nur Jahr 2022 und Arlington Road ein. Deshalb hier nicht zuviel verraten.
Sowohl Gere als aalglatter Anwalt, als auch Norton als anfänglicher Sympathieträger spielen fantastisch und leben ihre Rollen total. Der Soundtrack ist schön unauffällig und unterstützt den Storyablauf perfekt. Es gibt praktisch bis auf die Anfangssequenz keine Action, und auch hier wird praktisch fast alles nur angedeutet. Aber das tut dem Filmgenuss keinen Abbruch, im Gegenteil. Es ist eine Wohltat, einen Film erleben zu können, der es schafft, gerade ohne Effekte nur durch eine geniale Story und fantastische Schauspieler zu fesseln.
Zwar verliert der Film bei mehrmaligem Genuss etwas den Reiz, weil das Ende ja bekannt ist, aber spannend ist er immer wieder. bei Filmen wie se7en, Arlington Road oder eben Zwielicht würde ich mir manchmal einen kleinen Gehirnreset wünschen, um diese Filme immer wieder genau wie beim ersten Mal sehen zu können.