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Im Film geht es um die Verurteilung wegen dreifachen Mordes und die Haft des Boxers Rubin Carter. Carter, der aufgrund seines aggressiven Kampfstils "Hurricane" genannt wurde, versuchte im Gefängnis jahrelang seine auf Rassismus basierende Verurteilung anzufechten. Der Fall erregte seiner Zeit ein großes Interesse, sodass sich unter Anderem Muhammad Ali und Ellen Burstyn für seine Freilassung einsetzten und Bob Dylan sogar eigens einen Song über den Hurricane komponierte. Im Film gibt es einen zweiten Handlungsstrang, der die Bemühungen einer kanadischen Familie zeigt, die Carter aus dem Gefängnis holen wollen und den Fall wieder aufrollen.

Die Story basiert zwar auf den wahren Ereignissen, wurde aber stark verändert und umgeschrieben. Meiner Meinung nach ist dies aber egal, da der wirklich wichtige Plot immer noch derselbe ist. Bei der Charakterkonstruktion der Hauptfigur und vor allem deren Veränderung gibt der Film sich sichtlich Mühe und entwickelt eine hohe emotionale Tiefe. Das Thema Rassismus wird eigentlich nur angeschnitten, aber der Film kann unmöglich alle Themen und Hintergründe ausgiebig behandeln. Die Idee, die beiden Haupthandlungsstränge parallel ablaufen zu lassen erhöht zwar die Dramatik ein wenig, lässt die Handlung aber zu prall werden, wodurch das Erzähltempo stark verlangsamt wird. Die Wendungen können zum Teil überraschen, auch wenn man die Geschichte bereits aus der Presse kennt. Alles in allem eine gute Story.

Der Film läuft wie viele Dramen sehr langsam an und braucht seine Zeit, um auf einen soliden Unterhaltungswert zu kommen. Leider ist das Erzähltempo, wie bereits erwähnt relativ langsam, wodurch der Film leider zu keinem Zeitpunkt wirklich spannend wird. Es gibt im Mittelteil einige langatmige Stellen, sodass der Zuschauer der interessanten Thematik kaum noch folgt. Zum Ende hin beschleunigt das Tempo glücklicherweise wieder und beendet den Film dann auch recht schnell. Alles in allem ist der Film mäßig unterhaltsam, wenn man die Thematik nicht interessant findet.

Regisseur Norman Jewison setzt den Film solide und routiniert in Szene. Nachdem er bereits 40 Jahre im Geschäft ist und mit "Rollerball" und "Thomas Crown ist nicht zu fassen" bereits einige Kultfilme in Szene setzen konnte ist dies sein neues Werk. Man merkt die Routine vor allem bei der soliden, meist melancholischen Filmmusik (Dylans Song über den Hurricane wird natürlich auch gespielt) und der düsteren, klaustrophobischen Atmosphäre des Gefängnisses. Er hätte den Schnitt etwas schneller gestalten sollen, da der Film mit dieser, auf wahren Begebenheiten basierenden Story und dem guten Drehbuch nicht nur interessant, sondern auch unterhaltsam und spannend hätte werden können.

Oscar-Preisträger Denzel Washington spielt die Rolle des Hurricans hervorragend. Er vermittelt echte Gefühle und stellt den Wandel seiner Figur hervorragend dar. Ohne diese überragende Leistung von Washington hätte man den Film komplett vergessen können. Er ist so überzeugend und sympathisch, dass dem Zuschauer das Schicksal des Boxers sehr nahe geht. Er wurde auf jeden Fall zu Recht für den Oscar nominiert. Auch der übrige Cast, zu dem unter anderem Liev Schreiber gehört leistet gute und überzeugende Arbeit.

Fazit:
Die Story ist hervorragend, hat Tiefe und basiert auf einer wahren Begebenheit. Regisseur Jewison leistet gute Arbeit und setzt den Film routiniert und stielsicher in Szene. Denzel Washington spielt die Hauptrolle hervorragend. Aber das alles wird vom langsamen Erzähltempo überschattet, das den Film leider nicht so richtig zünden lässt. Der Film wird zwar nie langweilig, aber es bleibt doch immer das Gefühl zurück, dass man mehr aus den Vorrausetzungen hätte machen können. Dennoch kann man ihn durchaus empfehlen, da allein Washingtons Leistung sehenswert ist. Er ist zwar überdurchschnittlich, aber auch nicht gut.

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