Kinder des Zorns
Ein junges Pärchen muss während einer Autofahrt irgendwo durch eine menschenleere Gegend in den USA, in der es nichts gibt außer Maisfeldern soweit das Auge reicht unfreiwillig Rast in der kleinen Stadt Gatlin machen. Was sie nicht ahnen: Alle Kinder dieser Stadt haben, im Auftrag ihres ebenfalls jugendlichen Mentors „Isaac“ sämtliche erwachsene Einwohner der Stadt aufs brutalste ums Leben gebracht. Isaac steht nämlich in direkter Verbindung zu einem höheren göttlichen Wesen, in dessen Auftrag er handelt. Zu seiner Seite steht ihm neben den anderen Kindern in besonderem Maße sein Jünger „Malachai“. Es dauert nicht lange, bis das junge Liebesglück gnadenlos von der fanatischen Kindermeute verfolgt wird...
„Kinder des Zorns“ zählt für mich zu den besseren Stephen King-Verfilmungen. Zum einen weil er durchaus spannend gemacht und atmosphärisch ist und zum andern weil er durch so einige Momente der unfreiwilligen Komik wirklich verdammt unterhaltsam ist. Da wäre zunächst mal der von den Maisdämonen besessene Führer der Kinder Isaac. Ein kleiner Junge mit dem Gesicht und der Sprache eines 80-jährigen Mannes, stets in Anzug gekleidet und den gesamten Film über todernst. Man muss sich bei seiner Wirkung wirklich wegwerfen vor Lachen, schon wenn er das erste Mal ins Bild tritt. In großem Maße trägt die dt. Synchro des Streifens dazu bei, in der Isaac von der „Steve Urkel-Stimme“ gesprochen wird. Einfach herrlich, zu diesem Schauspieler fehlen mir die Worte! Ebenso witzig wie er selbst sind die Predigen die er den Kindern hält, wodurch wie ein Priester wirkt, was er ja in gewisser Weise auch ist. Außerdem eine Lachgarantie: Malachai, Isaacs treuester Diener, der vor Dummheit nur so strotzt und das Charisma und das Aussehen eines Bauerntrottels hat. Dennoch ist der Film nicht völlig ins Lächerliche zu reißen. Spannung herrscht trotz dieser eher lustigen Angelegenheiten trotzdem und die schauspielerischen Leistungen überzeugen ebenso. Man könnte den Film sogar als Warnung für schlimme Auswirkungen von jugendlicher Beeinflussbarkeit und religiösem Fanatismus verstehen.