Review

Die Kinder einer tief religiösen Kleinstadtgemeinde rotten sich zusammen, um ihre Eltern zu ermorden. Drei Jahre später verirrt sich ein junges Pärchen in die Gegend und muss entdecken, dass die Kinder ihr Geheimnis erfolgreich wahren konnten und einem barbarischen Naturkult frönen…

Eine Verfilmung von Stephen Kings Kurzgeschichte „Kinder des Mais“, die den bedrückend ausweglosen Handlungsverlauf der Vorlage merklich entschärft. Die Stärke des Filmes liegt in seinem Gespür für die Selbstverständlichkeit, mit der die Kinder ihre Chance auf ein Leben ohne Erwachsene ergreifen. Allein durch die bedingungslose Befolgung elterlicher Tugenden wie Prinzipientreue, Gehorsam und Gottesfurcht erringen sie den Sieg über die Vormundschaft der Erwachsenen und werden zu einer unheimlichen Schattengemeinde, zu einem radikalisierten Zerrbild ihrer frommen Eltern. Die beunruhigende Wirkung, die von der Erkenntnis ausgeht, dass der Trotz der Kinder seine Stärke aus dem Vorbild der Eltern bezieht, wird leider verwässert von den durchsichtigen Erklärkommentaren und Gegenpredigten des Pärchens sowie dem oberflächlichen, mit verquastem Hokuspokus aufgeblasenen Finale, das den Generationenkampf auf ein bloßes Kräftemessen reduziert. Das ist insofern besonders schade, als aus dem weitgehend wirkungsvollen Schocker mit etwas mehr Achtsamkeit und dem nötigen Mut zu einem in den Bildern zurückhaltenden, aber in der Sache konsequenten Ende vielleicht ein kleines Meisterwerk geworden wäre.

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