In Gatlin werden eines Tages alle Erwachsenen von den Kindern umgebracht. Von Isaac, einem jungen Prediger angeführt bilden sie eine autonome und elternfreie Kommune, die an "den im Mais" oder "der der hinten den Reihen geht" glaubt. Jeder flüchtige Verräter wird dabei umgebracht und jener der das 19. Lebensjahr erreicht als Opfer dargebracht. Eines Tages fährt ein Ehepaar nach Gatlin und finden bloss eine Geisterstadt vor. Zusammen mit den Kindern Sarah und David, die gegen den Maiskult rebellieren, wollen sie die Kinder des Zorns stoppen.
Kinder des Zorns oder im Original Children of the Corn, ist eine der Stephen King Adaptionen, die offensichtlich an ihrer Inszenierung kränkeln. Denn der Erstlingsfilm, der auf die Kurzgeschichte basiert, ist verhältnismäßig wild und unverständlich zusammengeschustert. Die Kinder, die sich gegen die Autorität der Eltern auflehnen und sich von dem trügerischen Leben zwischen Kleinstadtidylle und falschen Göttern entfernen wollen, übt da schon seine Faszination aus, wären da nicht einzelne Faktoren, die die eigentliche gute Storyline zerstören würden. Isaac als Prediger eines Gottes, den nur er hören kann und ihm befiehlt ist da ja noch ganz okay, denn auch ein Clan von rebellischen Kindern brauch ihre Richtlinien, aber umso hanebüchener wird es dann, wenn das Maisfeld anfängt zu leben und die Wolken umhertanzen, als hätte man Gottes Zorn erzürnt. Und wenn man das Ganze so im Kontext betrachtet bläht sich da schon mächtigst viel Religionsmumpitz auf, der den Film nahezu in lächerliche Gefilde abdriften lässt. Ich kenne die Kingvorlage nicht, aber das kränkelt dann schon ein wenig am Gesamteindruck, wenn sich im Finale tatsächlich "der der hinter den Reihen" ankündigt. Als pfeilschneller Maulwurf oder als giftrotte Donnerwolke wirkt das nur allzu fragwürdig, ins Gesamtbild passt das noch weniger. Zumindest weiss der Film auf vielen anderen Gesichtspunkten zu gefallen. Isaac und Malachai offenbaren wirklich schauspielerisches Talent, zumindest wirken sie auf ihre Weise zunehmends bedrohlicher, insgesamt versprühen die aufmüpfigen Kinder einen soliden Grusel, denn Kinder sind auch so gespenstisch genug. Die ausgerottete und mit Maisstangen behangene und geschmückte Vorstadt gibt dabei ein echt erdrückendes Bild ab, nahezu schon Geisterstadtmäßig empfängt sie das Ehepaar, die auf der Durchreise sind. Wirklich merkwürdig ist dann aber wiederrum das Geschwisterpaar mit Sarah, die das zweite Gesicht hat und ihre Visionen auf Papier malt, obwohl malen verboten ist. Szene für Szene bläht sich immer mehr unverständlicher Humbug auf, der den eigentlich Plot immer mehr in Lächerlichkeit abdriften lässt. Eine Story rund um rebellische Kinder, die sich von ihrer Unterdrückung der Eltern auflehnen wollen und ein autonomes Leben führen wollen, hätte dabei schon gerreicht, aber vielleicht dient der Maisgott als Sinnbild, bloss als böser Dämon ihrer zwiegespaltenen Seele, die nach Befreiung kämpft. Ihre kleinen zaghaften Hände, die im Maisfeld ihre Arbeit verrichteten mussten, als Katalysator für ihren Befreiungsschlag. Aber Hintergründe erfahren wir leider nicht, als Motiv dient lediglich ein dahergelaufener Isaac, der Prediger ist und anscheinend eine Menge Hass auf Mutter und Vater hat.
Fazit:
Eigentlich ein durchaus faszinierender Film, der seine einzige Faszination durch die rebellischen Kinder inne hat. Die üben eine solche Faszination aus, dass es nur so schreit, die restliche Storyline ist dann bloss irgendwo unverständlicher bis trashigster Religionshumbug. Eigentlich schade, bleibt am Ende ein zwiespältiges Ergebnis zurück.
61%