Review

Über die Prophezeiungen des im Jahre 1503 geborenen Nostradamus (Michel de Nostredame) wurde bereits zu Lebzeiten heftigst und kontrovers diskutiert. Nichtsdestotrotz haben es seine Niederschriften und Weissagungen allemal bis ins 20. Jahrhundert geschafft.

Da es sich hierbei mehr um eine Verfilmung seines Lebens bzw. eine Biographie handelt, sollte man sich vorab nicht all zu viel an Spannung oder gar Action einstellen. Vielmehr erzählt „Nostradamus“ die Lebensgeschichte des doch sehr umstrittenen Propheten. Auch großartige Bilder oder eine überragende Inszenierung kann man dem Film nicht zu gute halten. Jedoch ist er rein vom Informationsgehalt allemal gut und ist im großen und ganzen sauber erzählt. Wenn auch gleich die eine oder andere Szene dabei etwas zu kurz kommt. Die Frau für´s Leben wird mind. einmal gefunden und sogleich geheiratet. Auf keinen der weiteren Charaktere wird nur annähernd soviel Wert gelegt, wie auch Nostradamus. Ist an sich auch nicht zwingend erforderlich.
Der Film zeigt das Leben im Frankreich des 16. Jahrhunderts mit all seinen damaligen Gepflogenheiten und Bräuchen. Aber auch die Pest (welche Nostradamus Jahreland erfolgreich bekämpfte), die Inquisition sowie eine außergewöhnliche Art der Nächstenliebe kommen dabei nicht zu kurz.
Auf sonderliche Effekte und herausragende Momente wurde dabei von Roger Christian wohl absichtlich verzichtet um die Story womöglich sehr Realitätsnah rüberzubringen. Man muss sich auf jeden Fall für das Leben des Nostradamus interessieren um Gefallen an diesem Film zu finden.

Der Film steigt natürlich bereits in der Kindheit des jungen Nostradamus mit einer seiner, der wohl größten und schrecklichsten Vision, ein – dem Weltuntergang. Weiterhin im Laufe seines Lebens treten diese Visionen vermehrt auf, welche ihn zunehmend an den Rande Wahnsinns treiben. Seine Prophezeiungen zeigen unter anderem das „Dritte Reich“, John F. Kennedy und auch Saddam Hussein...

In Hauptrollen sehen wir als Nostradamus Tchéky Karyo („Crying Freeman“, „Bad Boys“), sowie Julia Ormond („Legender der Leidenschaft“, „Der 1. Ritter“) und Rutger Hauer („Blade Runner“, „Sin City“). Alle machen dabei ihre Arbeit gut, wobei Julia Ormond doch relativ früh wieder von der Bildfläche verschwindet, was schon irgendwie schade ist. Als Überdurchschnittlich möchte ich jetzt jedoch keine der gezeigten Leistungen bezeichnen, sie passen sich hingegen dem Niveau bzw. dem Ziel des Filmes an, nämlich einzig und allein auf das Schaffen und die Überlieferung des Wirkens des Nostradamus.

Nostradamus“ ist zwar kein großartig inszenierter Film, kann jedoch für interessierte Zuschauer einiges an Informationen über das Leben und auch die Weissagungen des Nostradamus liefern. In schlichten Bildern mit gut bis durchschnittlich agierenden Darstellern ist der Film allemal sehenswert. Auch wenn er dabei mehr durch die Prophezeiungen an sich einen Bonus herausholt.

Details