Der Engländer Eddie Chapman ist von Beruf Safeknacker. Er wird jedoch erwischt und auf der britischen Kanalinsel Jersey inhaftiert. Als die Deutschen die Insel 1940 besetzen, bietet sich Chapman als Spion für das Deutsche Reich an. Nach erfolgter Ausbildung wird er zu einem Sabotageakt nach England geschickt. Dort heuert er beim britischen Geheimdienst an und wird zum Doppelagent...
Agentenfilm-Spezialist Terence Young (James Bond jagt Dr. No, Liebesgrüße aus Moskau, Feuerball) konnte 1966 aus dem Vollen schöpfen, was den Cast dieses Spionageabenteuers mit augenzwinkernden Untertönen angeht.
Und er hat was daraus gemacht: Yul Brunner, Gert Fröbe, Romy Schneider, Trevor Howard und Christopher Plummer geben hier ein Stelldichein und verleihen dem Film jeweils ihre ganz eigene Note. Plummer zeigt, daß er wohl das Zeug zu Connerys Nachfolger in der Rolle des James Bond gehabt hätte, manchmal kopiert er ihn sogar. Charmant-verschmitzt, smart und machohaft stellt er jedem Rockzipfel nach, ungeachtet aller Gefahren. Auch sonst gibt es viele Anleihen der weltberühmten Agentenfilm-Serie. Während der Ausbildung beim deutschen Geheimdienst wird sogar der Bond-Film typische Q-Gimmick-Keller parodiert und einige Waffen und Ausrüstungsstücke präsentiert, die doch sehr viel Schmunzeln hervorrufen (u.a. die MP, die um die Ecke schießt und einen gekrümmten Lauf hat). Trockene Sprüche des Helden fehlen ebensowenig.
Die Geschichte, die übrigens auf wahren Begebenheiten beruht, bietet im Verlauf die ein oder andere Wendung und kann über die ganze Zeit fesseln. Young hat den Film gut im Griff, inszeniert ohne Längen und hält die Waage zwischen Ernsthaftigkeit und Humor. Einen Anspruch auf historische Korrektheit wird zwar nicht erhoben, aber das ist auch gar nicht vonnöten. Die Stars sind alle in Spiellaune, Gert Fröbe als misstrauischer Oberst Steinhäger sogar in "Goldfinger"-Form. Romy Schneider wird zwar als Plummers Gespielin verschenkt, aber wen interessiert das bei der insgesamt gelungenen Unterhaltung?
Auch wenn sich der Staub der Jahrzehnte nicht ganz wegwischen läßt, bekommt man hier genug für zwei kurzweilige Stunden geboten.
Die deutsche Synchro:
Bis in die Nebenrollen mit Sprechern besetzt, die ihr Handwerk verstehen. Christian Rode als Stimme von Plummer macht einen sehr guten Job, Heinz Giese bringt Yul Brunner grandios rüber und Arnold Marquis ist herrlich als Trevor Howard.