Nein, wie liebe ich es doch, über den Schwund aus dem Hause Joe D´Amato herzuziehen... Denn auch "Woodoo Baby" ist mal wieder ein unausgegorener Mix, der schwülstige Erotik, etwas Kannibalen-Horror und karibisches Flair verspricht, jedoch nichts davon einhalten kann...
Die Story so far: sexuell frustriertes amerikanisches Ehepaar "adoptiert" triebhaftes dunkelhäutiges Eingeborenen-Babe mit Hang zum Voodoo und schwarzer Magie. Und während die Dame des Hauses sich dem besten Kumpel ihres Mannes amüsiert, stellt dieser der kaffeebraunen Schönheit nach, die wiederum die Madame in die Welt der lesbischen Erotik einführt...
Typisch D´Amato passt der Plot mal wieder auf eine Briefmarke. Und geht der Film mit einer recht blutigen Ritualsequenz am Anfang noch vielversprechend los, so macht sich als bald gähnende Langeweile breit: nebem dem üblichen Ringelpietz an Softerotik (leider in sehr kleinem Personenkreis) gibt es noch einpaar Fummeleien im Genitalbereich sowie eine eingefügte Blowjob-Szene aus einem anderen D´Amato-Streifen. Horror is´ nich´; statt dessen hat der Maestro *räusper* immerhin einige recht schöne Landschaftaufnahmen eingefangen, die etwas Traumschiff-Flair verbreiten. Trotzdem ist der Film eine einzige Schlaftablette: konnten anderen Machwerke wie "Porno Holocaust" zumindest noch mit ihrem hohen Trash-Gehalt einen gewissen Kultstatus begründen, so bleibt bei "Woodoo Baby" am Ende nichts als ästhetische Langeweile übrig.
Gnädigerweise hat der Regisseur mit Susan Scott und Richard Harrison zwei verdiente B-Movie-Recken am Start. Doch selbst im Anbetracht des eher überschaubaren Niveaus des filmischen Outputs der beiden stellt "Woodoo Baby" nicht gerade deren Karrierehoch dar...
Fazit: Softporno-Schlock aus der Mottenkiste des Exploitationfilms, zumindest mal mit recht pulpigem Bahnhofskino-Flair. 3 von 10 Punkten.