Inhalt:
Irgendwo in China in den Jahrzehnten nach der bürgerlichen Revolution.
In einer kleinen Stadt ist Tien Lung (Bruce Li) Bankier, hat eine nette Bekannte, Miss Hung (Meg Lam), und um seine Bank zu schützen, lernt er KungFu.
Seine "Lehrer" (Pak Sha-Lik und Chan Lau) sind allerdings schmarotzende Betrüger, die von KungFu nur in rudimentären Ansätzen eine Ahnung haben. Für kleine Ganoven reicht das KungFu von Tien Lung, und er denkt, er könne es mit wohl jedem aufnehmen.
Doch weit gefehlt: Als es Tien Lung mit Chiang Ho Fu (Chiang Tao) zu tun bekommt, der zuvor den Sheriff (Tang Yen-Tsan) tötete, der ihn einst ins Gefängnis brachte, muss Tien eine herbe Niederlage einstecken.
Damit nicht genug, er muss zudem einen "Schuldschein" über 10.000 Dollar unterzeichnen. Da er das Geld nicht hat, muss er seine Bank an Chiang Ho Fu abtreten. Somit ist Tien Lung quasi ruiniert.
Die beiden "Lehrer" werden von ihm denn rausgeschmissen.
Diese beiden Halsabschneider rächen sich, in dem sie mit Chiang gemeinsame Sache machen, sich diesem anschließen, und ihm von einer sehr wertvollen Statuette aus weißer Jade berichten, die sich noch im Besitz von Tien Lung befindet. Auch diese muss er Chiang somit überlassen.
Der alte Yuan (Simon Yuen) ist blind, doch wehrhaft. Als seine ältere von 2 Nichten von den Schergen Chiang´s vergewaltigt werden soll, schreitet der Alte ein!
Der Alte ist in der Tat imstande, stockblind wie er ist, mit seinem KungFu die Täter in die Flucht zu schlagen!
Tien Lung will bei ihm in die Lehre gehen, um endlich richtig KungFu zu erlernen, in der Hoffnung die Bank wieder zu erlangen.
Doch Yuan weist ihn zunächst ab.
Chiang Ho Fu´s Hintermann ist der äußerst gefährliche Chin Ta Sum (Tiger Yeung Cheng-Wu), der nur "Tiger" genannt wird. Chin war einst Schüler des alten Yuan. Doch war er undiszipliniert, und wurde aus der Schule verwiesen!
Chin rächte sich, und blendete den Alten während des Kampfes, den er zu verlieren drohte.
Tien Lung wird indes der Schüler des Alten, der natürlich um die Gefährlichkeit seines einstigen Schülers Chin weiß.
Nach 3 Monaten Trainings wagt Tien einen ersten Kampf mit den Verbrechern, doch ist sein KungFu nicht gut genug. Und die junge Miss Hung wird von den Gangstern getötet...!
Das KungFu-Training wird nunmehr stark intensiviert..., und ein gnadenloser Show-Down zwischen Tien Lung und dem alten Yuan auf der einen Seite sowie Chin Ta Sum und Chiang Ho Fu auf der anderen, ist absolut unausweichlich.......
Fazit:
Im Jahre 1979, auf dem Höhepunkt des Sub-Genres der Eastern-Komödie, drehte Regisseur Kam Bo für das eigene Studio "Kam Bo Motion Picture Co." diese teilweise lustige und auch albern-dümmliche KungFu-Klamotte, die mich nur ansatzweise zum Lachen brachte, aber durch einen Star-Cast und kernige Fights in der 2. Hälfte bestach und den geneigten Eastern-Anhänger noch einigermaßen überzeugen konnte.
Mit hellen, klaren Bildern in einfachen Kulissen erzählt Kam Bo hier die geradezu klassische Storyline solcher KungFu-Komödien:
Ein junger Mann wird von Verbrechern runtergemacht, dieser will sich rächen, später wird noch ein ihm nahe stehender Mensch umgebracht.
Sein KungFu reicht nicht, und ein alter, behinderter Meister nimmt sich seiner an, trainiert ihn, und man schreitet gemeinsam zur Rache.
DER klassische Stoff derartiger Streifen also, die seit den beiden "Drunken master"-Filmen ("Man nannte ihn Knochenbrecher" und "Die Schlange im Schatten des Adlers", siehe meine Reviews auf dieser website) mit Jackie Chan und Simon Yuen diesen Plot variierten, um auf der Erfolgswelle mitzureiten.
Und so ist das auch hier wieder, das macht den Streifen natürlich vorhersehbar, aber der Fan solcher Filme hat eine Erwartungshaltung. Und diese wird hier befriedigt..., so WILL der Anhänger solcher Filme das haben, und das bekommt er hier denn auch SO geliefert, Ping, Aus.
Und genreüblich muss der Eastern-Fan denn auch wieder durch unsagbar dusselige Nonsens-Commedy, bevor das ganze einen ernsten Anstrich durch einen gnadenlosen Villain erhält, und es actiontechnisch zur Sache geht. Das ist hier nicht anders..., und die deutsche Synchronisation tut hierzu ein übriges ("Was ihr mir gezeigt habt, ist Scheiße!").
Die beiden "Lehrer" denen sich Bruce Li, der Held der Geschichte, hier anvertraut, sind selten dämliche Typen, die ihren Schüler hier nur verarschen.
Die denken sich irgendwas aus, geben ihren "Techniken" bescheuerte Namen..., und Bruce merkt nix...., na ja. Albereien gibt´s natürlich noch dazu..., so behämmert, dass es schon wieder lustig ist, na ja, ein Schmunzeln ab und an konnte ich mit bei diesem affigen Klamauk nicht verkneifen.
Zum Glück aber gibt es hier noch den "Drunken master" höchstpersönlich, Simon Yuen, der den potenziellen Schüler und die Villains pfiffig auflaufen lässt.
Da seine schwere Behinderung ausgerechnet durch den Haupt-Villain, der "zufälliger" Weise auch der Hintermann hinter den Gangstern die seinen potenziellen Schüler ruinierten, zu verantworten war, bringt denn die beiden Haupt-Figuren zusammen.
Und dies bildet denn -neben der Ermordung der Freundin Bruce Li´s- die Motivation zur Rache, die beide gemeinsam angehen. Zuvor gibt es das obligatorische Training für den Schüler Bruce Li, geleitet vom alten, bärbeißig-koddrigen Meister.
Fertig ist die Melange der zuvor ja erfolgreich ausgetesteten Stereotypen solcher Streifen. Kam Bo bedient hier lediglich ein Sub-Genre und orientiert sich an den diesbezüglichen Pionier-Filmen, fertig.
Erst dämliche Commedy, dann Training und KungFu-Action, Kam Bo nudelt das routiniert runter und folgt dem Erfolgs-Schema, fast emotionslos, so hat man das Gefühl als Betrachter.
Aber die Fans erwarten das ja auch nicht anders, werden hier entsprechend bedient.
Bruce Li spielt die Hauptrolle. Ist erst der Gelackmeierte, ist wohl selten naiv, und läuft richtig voll rein. Er spielt das solide und gar ernst angelegt. Sein technisch beschlagenes KungFu kann er ja denn auch noch zeigen.
Simon Yuen glänzt einmal mehr in der Rolle, mit der er den Durchbruch zum Superstardom im Eastern-Bereich schaffte, und Kult-Status erreichte. Auch hier wurden die Erfolgsstereotypen ausgereizt, koddrig, gereizt, schlagfertig, doch auch herzlich, gleichwohl er in den besseren Streifen des Sub-Genres mehr aus sich herausholen konnte.
Pak Sha-Lik und Chan Lau geben die unterbelichteten "Lehrer" des späteren Helden, und sind für den albernen Klamauk zuständig. Ab und an konnte ich sogar über diesen Schmunses lachen, immerhin.
War also nicht so total schlecht.
Mehr geben da schon Chiang Tao und Tiger Yeung her, die den Film genreüblich in eine ernsthaftere Bahn lenken.
Chiang Tao gewohnt überzogen böse..., Tiger Yeung schreckt vor nichts zurück, wirkt noch skrupelloser als Chiang Tao. Sie spielen das im wesentlichen überzeugend.
Die weibliche Rolle, hier ist Meg Lam zu sehen, man kann sie eher vernachlässigen, jedoch bietet ihr "Tod" -im Film- eine weitere Motivationsbasis für die Action. Tang Yen-Tsan ist in einem "Cameo" Gaststar dieses Films.
In der 2. Hälfte wird denn diese Eastern-Komödie zum Actioner, und es wird richtig viel gefightet, dynamisch und rasant geht es zur Sache. Die KungFu-Fights nehmen im Verlauf an Schwung und Härte zu, im Finale wird es gar etwas blutig.
Technisch konnte das ganze soweit auch gefallen, und Simon Yuen kämpft für sein Alter flink und agil. Sein junger Schüler muss aber hier wie gewöhnlich die Verantwortung übernehmen und die Sache raushauen, Tiger Yeung und Chiang Tao schenken Bruce Li hier nichts.
"Blind fist of Bruce" ("Wir sind die größten Knochenbrecher") ist eine typische Eastern-Komödie im Kielwasser der KungFu-Parodien Jackie Chan´s.
Wer die Hongkong-Commedy zu grässlich findet, darf sich solche Streifen von vornherein eh nicht ansehen.
Die anderen kennen die Stereotypen solcher Filme, können damit umgehen und mit "Blind fist of Bruce" denn noch gut leben.
Diese Eastern-Klamotte ist jedoch auch für Fans des Genres eher was zum Sonnabend-Nachmittags-Kaffee..., und kann sich noch 6/10 Punkte redlich in der 2. Halbzeit erfighten...!