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Noch vor der eigentlichen Auflösung Monty Pythons versuchte sich der Mann im Hintergrund, formerly known für seine skurilen Animationen, zum ersten Mal alleine. Inspiriert durch ein Lewis Caroll Gedicht erzählt Terry Gilliam die Geschichte des Jabberwockys.

Im finsteren Mittelalter will der junge Dennis nach dem Tod seines Vaters sein Glück in der Stadt versuchen. Zeitgleich bringt ein Monster namens Jabberwocky Unheil über das Königreich. Unerwarteterweise werden sich die Wege der Beiden kreuzen.

Ganz konnte sich Gilliam mit Jabberwocky noch nicht von seinen alten Weggefährten lösen. Und so ist es wohl auch Terry Jones in der Hauptrolle sowie der doch recht pythoneske Humor des Films die dafür verantwortlich sind, daß dieser Film auch heute noch oft irrtümlicherweise für ein Python Werk gehalten wird. Trotzdem haben wir es hier mit einem eigenständigem Film zu tun, der schon durchaus Giliams spätere Handschrift erahnen läßt. So legt er sehr viel mehr Wert auf das Drehbuch, welches keineswegs nur eine simple Aneinanderreihung verquerer Gags ist. Python haben immer jedes Plotloch für einen guten Lacher in Kauf genommen, aber Gilliam will bei aller Albernheit ernstgenommen werden.

Fokus des Filmes liegt dabei eindeutig auf dem Hauptcharakter Dennis, der trotz seiner vielen Erlebnisse und Erfahrungen im Laufe des Filmes eben keine Entwicklung durchläuft und am Ende immer noch derselbe Naivling wie am Anfang ist. Wie gesagt, ganz ohne Schelmereien kommt Gilliam auch hier noch nicht aus.

Natürlich merkt man dem Film auch an, daß die Ressourcen und Mittel knapp waren. So ist die verwackelte Kamera beim Endkampf wohl weder einem schlampigen Kameramann, noch einer gewollten authentischen Kampfgeschehen zuzuschreiben. Vielmehr wollte man wohl das Monster Design nicht der Lächerlichkeit preisgeben.

Im Gesamtkontext des Gilliamschen Schaffens muß man diesen Film wohl als Übergangswerk sehen. Noch nicht der wohl gewollte Befreiungsschlag, aber schon ein großer Schritt zum eigenständigen Filmemacher. Ich persönlich muß eingestehen, daß mir der Film besser als so manches vom Spätwerk des Regie Gurus gefällt.

08/10

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