Review

Terry Gilliams "Jabberwocky" fällt zur Hälfte unter die Monty Python-Filme, zeichnet sich aber dadurch aus, daß er diese Filme um Längen übertrifft - "Life of Brian" mal ausgenommen. Was beispielsweise in "M. P. and the Holy Grail" alias "Ritter der Kokosnuß" geboten wird, ist bloß eine Aneinanderreihung von teilweise ziemlich blutleeren, teilweise auch wirklich guten Witzen, die leider zusammen keine überzeugende Einheit ergeben. Ich zumindest konnte über den rumpöbelnden Franzosen noch nie lachen. Und das Ende ist sowieso total daneben.
Aber um diesen Film geht es ja hier auch gar nicht. Nur muß man ihn erwähnen, da "Jabberwocky" zwangsläufig mit ihm verglichen wird. Daß hier nicht alle "Pythons" mitgewirkt haben, sondern nur zwei (Terry Gilliam als Regisseur/Nebendarsteller und Michael Palin als Hauptdarsteller), hat dem Film jedenfalls recht gut getan. Im Gegensatz zu "Holy Grail" ist auch die deutsche Bearbeitung nicht völlig daneben, sondern von sehr guter Qualität. Die Schauspieler, vor allem Max Wall als König Bruno, sind herrlich schräg. Und das Mittelalter wird im bewußten Gegensatz zu allen möglichen Filmen, die es als Zeit der edlen Ritter idealisieren, vor allem durch blutiges Gemetzel und deftige Ferkeleien inklusive Harn- und Stuhlgängen charakterisiert. Die Figuren sind unnachahmlich gut gezeichnet.
Man muß zu diesem Film bemerken, daß obwohl als Filmkomponist "De Wolfe" angegeben ist, Werke des russischen Komponisten Modest Mussorgsky ausführlich zur Unterlegung des Films benutzt worden sind, und zwar "Eine Nacht auf dem kahlen Berge" und "Das große Tor von Kiew", letzteres aus "Bilder einer Ausstellung". Es ist grundsätzlich sehr ärgerlich, wenn solche Informationen unterschlagen werden, wenn im Vorspann riesengroß der Name eines Filmkomponisten erscheint, von dem letztlich nur ein Zehntel der Filmmusik stammt.
Dieser Film bildet zusammen mit "Life of Brian" den Höhepunkt des Pythonschen Filmschaffens und muß als obergenial bezeichnet werden!

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