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Ein altes Vorurteil bewahrheitet sich hier: Wenn bei einem Film nicht alle Mitglieder von Monty Python vereint sind, dann taugt der nicht viel. Nur gelegentlich blitzt bei diesem Drachentötermärchen mit seinen Seitenhieben gegen das finstere Mittelalter ein böser, aber hintersinniger satirischer Humor auf, wie man ihn von der Komikertruppe kennt und liebt. Von der Gagdichte her ist man z.B. vom genialen DIE RITTER DER KOKOSNUSS weit entfernt. Dafür stellt Regisseur Terry Gilliam unter Beweis, dass scheinbar sämtliche Pythons besessen sind von Geschichten, in denen unscheinbare und schüchterne Außenseiter in ein irrsinniges Abenteuer hineinschlittern und darin wider Willen zu Heldenfiguren werden - allerdings wird quasi die gleiche Story später in DAS LEBEN DES BRIAN und BRAZIL eindeutig besser erzählt. Es lohnt sich kaum, bis zum Auftauchen des (schwach umgesetzten) Ungeheuers auszuharren.
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"Jabberwocky" lässt sich nur schlecht mit den Filmen von Monty Phyton vergleichen und es würde dem Film auch nicht gerecht. Denn er steht in meinen Augen für sich selbst da und versucht auch nicht, den Phyton-Humor zu benutzen, bis auf wenige Ausnahmen. So kommt es, dass es nur wenige wirklich lustige Stellen im Film gibt, also weniger gelacht wird als bei "The Holy Grail". Gilliam legt viel mehr wert auf die Skurrilität der Charaktere und auf die dreckige Atmosphäre, die er perfekt hinbekommen hat. Die phantasievollen Sets und die total abgedrehten Figuren stehen klar im Vordergrund. Der Film lässt sich also eher mit einem anderen Werk Gilliams, nämlich "Time Bandits" vergleichen, als mit irgendeinem Phyton-Film. Fazit: Für Terry Gilliam-Fans Pflicht, für Monty Phyton-Fans interessant, aber der ein oder andere könnte auch enttäuscht werden.