Review

Ein Staraufgebot, eine sehr interessante Idee und ein durchaus hohes Budget kennzeichnen „Syriana“.

Mehrere Handlungsstränge, welche um den Ölkonzern Connex kreisen, werden in diesem hochbrisanten Politthriller schlussendlich Zusammengeführt. Waghalsig könnte man behaupten das Tarantino, dem Drehbuchautor von „Syriana (Stephen Gaghan), eine plottechnische Inspiration geliefert haben könnte...
Da wäre als erster Handlungsstrang die Story mit dem altgedienten CIA- Agenten Barnes (George Clooney), der den Auftrag hat den Emirat. Chef Nasir (Alexander Nissing) um die Ecke zu bringen. Grund hierfür ist, dass jener dem Ölkonzern Connex die Bohrrechte entzogen hat und an die Chinesen weiterverkauft hat. Wie das halt mit älteren Agenten so ist, scheitert Barnes mit seinem Versuch Nasir zu töten und gerät in Konflikt mit seinen eigenen Leuten...
Bryan Woodman (Matt Damon), der Bestreiter des zweiten Handlungsstranges, ist Energie-Analyst und soll als Berater für Nasir bezüglich der effektiven Ölgewinnung und gegen den Ölmagnaten Connex fungieren.
Nicht fehlen darf natürlich die Sicht des Ölkonzerns selbst. Bennet Holiday (Jeffrey Wright) vertritt als Anwalt Konnex. Ihm kommt die Aufgabe zu die Fusion von Connex und dem kleineren Unternehmen Killen glatt über die Bühne zu bringen. Bennet sein Boss, Dean Whiting (Christopher Plummer) führt aber noch etwas ganz anderes im Schilde, denn er will das von Nasir getroffene Abkommen mit den Chinesen kippen und den Prinzen stürzen. Meshal (Akbar Kurtha) soll dann Nasirs Platz auf dem Thron einnehmen, der Whitings Interessen vertreten würde...

So werden sich alle diese Handlungsstränge am Ende dieses Filmes in phantastischer Form vereinen!


Hochkomplexe Story, für manche zumindest, die sich dadurch schnell überfordert fühlen und dann eine schlechte Kritik abgeben. Selbst wenn die Umsetzung von „Syriana“ schlecht wäre und das ist sie nun wirklich nicht, müsste man allein wegen dem durchdachten Plot dem Film einiges abgewinnen können.
Clooney enttäuscht in diesem Film, dass muss man offen zugeben! Alle anderen jedoch bieten dem Zuschauer ein hochkarätiges Schauspielpotenzial, insbesondere Matt Damon spielt seine Rolle sehr authentisch. Aber auch Sidding und Kurtha machen eine durchaus gute Figur. Nicht zu vergessen Plummer der den überheblichen und abgebrühten Drecksackanwalt mimt.

Nein, natürlich sind die Amerikaner nicht Böse und natürlich sind „linke Gernegroßdenker“ Tagträumer, die alles verkehren und der Kapitalismus in seiner ausartenden Form der Globalisierung ist für die ganze Menschheit wohltuend- ein wahrer Segen, demnach ist dieser Film Müll. So Harte und scheinreflektierte Kritiken sind völlig fehl am Platze, denn auch wenn dieser Film sich überspitzt gewisser gängigen realen wirtschaftlichen Gegebenheiten bedient, muss er deswegen noch lange nicht schlecht sein. Diese Methode wird seit den ersten Stummfilmen angewendet um Sachen deutlich zu machen (Für manche scheinbar nicht deutlich genug!!!).
Recht geben muss ich manchen Kritikern dann doch, dass dieses Thema filmisch nur auf die USA fixiert wurde, denn dies passiert überall in der Welt. So wäre aber eine multilaterale Darstellung dieser Problematik noch sehr viel komplexer und für mich zumindest unverständlicher geworden. So mussten halt die Vereinigten Staaten mal ihren Kopf hinhalten, was nicht unbedingt das schlechteste (ganz subjektiv) ist!

Fazit: „Syriana“ ist ein sehr aufschlussreicher Film, über das altbekannte Phänomen der Globalisierung. Er bedient sich zwar drastischer und überspitzter Elemente (man mag sie als Klischees bezeichnen), intendiert jedoch mit dieser filmisch legitimen Methodik, dass Publikum einerseits aufzuklären, aber andererseits auch zu unterhalten.
Durch die „Komplexität“ der Handlungsstränge kann der Film verwirren, manche Passagen sogar fehlgedeutet werden. Lieber ein zweites Mal anschauen, bevor ein vorschnelles Urteil gefällt wird! Negativ fällt in diesem Film nur Clooney auf, der seine Rolle als Agent ziemlich banal verkörpert!
So ist „Syriana“ absolut sehenswert!!!

8,5 Punkte

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