Mein erstes Review! Sind evtl. Spoiler drin!
So endlich ist es wieder so weit, neuer Harry Film und auf in die Mitternachtsvorstellung. Ich hab keines der Bücher gelesen aber die ersten 3 Harry-Movies haben mir sehr gut gefallen und so war ich voll Vorfreude, auch weil Regisseur Mike Newell schon im Vorfeld verlauten lies den Film deutlich erwachsener und düsterer als seine Vorgänger zu erzählen.
Die Story ist schnell erzählt. Harry muss gezwungener Maßen am Trimagischen Turnier zwischen seiner und 2 anderer Zauberschulen teilnehmen.
3 Prüfungen warten auf ihn, die recht tödlich sind. Wie es dazu kam das Harry, er ist erst 14 und Mindestalter für die Teilname ist 17, ausgewählt wurde wird langsam mit dem fortschreiten des Plots erklärt und ist sehr spannend umgesetzt. Allerdings errinern die Prüfungen des Turniers eher an eine der fiesen Fallen in Saw als an einen fairen Wettstreit. Harry muss z.B. einem wildgewordenen
Psychosuperdrachen ein goldenes Ei abluchsen oder unschuldige Schüler und Freunde die mafiamäßig im See ertränkt wurden unter schwerstem Körpereinsatz retten. Also wenn man das Buch , wie ich, nicht kennt dann fragt man sich wie Eltern ihre Kinder an so eine Schule gehen lassen wo man ganz dreist kurz mal für irgendein Turnier gekidnappt und als Wasserleiche eingeplant wird. Vielleicht hab ich da auch was nicht geblickt. Sehr düster!
Und richtig düster geht’s auch zu Beginn los. Dunkle Bilder und gespenstische Atmosphäre als wäre man in Sleepy Hollow 2 abgestiegen. Die Vorgänger waren hier viel sonniger.
Sobald von dieser alptraumhaften Welt, die hier als kleines Intro verwendet wird, allerdings zu unseren 3 Protagonisten Harry (Daniel Radcliffe), Hermine (Emma Watson) und Ron (Rupert Grint) übergeleitet wird verschwindet die Düsterness leider wieder.
Ich bin kein Harry Potter Fan und weiß auch so gut wie nichts über die wirkliche
Handlung im Buch aber Harry und Ron wirken den ganzen Film sehr unsicher und sind meiner Meinung nach auch nicht wirklich emotional genug gespielt. Hier will der
Funke nur schwer überspringen. Das Verhalten das die beiden an den Tag legen ist nicht sehr logisch und so fragt man sich was sie eigentlich für ein Problem haben
wenn sie im zweiten Viertel des Films einen regelrechten Eifersuchtszickenkrieg starten anstatt zusammenzuhalten und sich den Problemen zu stellen.
Außerdem vertragen sie sich nach ein paar Szenen eh wieder. Hier fehlen mir also viele Informationen denen im Buch wohl mehrere hundert Seiten gewidmet sind.
Anders sind hier die verschiedenen Versuche einen Partner für den anstehenden Weihnachtsball zu finden sehr lustig wie Harry und Ron versuchen alles zu geben aber am Schluss doch nur die Miesepeter auf dem Ball sind während Hermine sich gleich den Weltbesten Quidditch-Spieler abcheckt oder von ihm abgecheckt wird.
Hier wird der Film sehr lustig, es gibt viel zu lachen und einige trockene Sprüche die man so eiskalt gar nicht erwarten würde da Harry und Ron immer gleich wild
zu kreischen anfangen sobald Gefahr im Verzug ist. Der vierte Teil ist somit durch
seine Teeniekomödienwege der witzigste Teil der Potter Filme.
Dieser ständige Wechsel zwischen düsteren und verstörenden zu lustigen sonnigen Szenen zieht sich über den ganzen Film. Auch kommt einem alles wie ein Schnelldurchlauf vor.
Es gibt so viel zu entdecken und man meint dauernd, dass man etwas verpasst hat oder das etwas fehlt. Mein Appell an die Produzenten ist hier die Lauflänge auf mind. 180 min für die Kommenden Sequels zu erweitern.
Von der technischen Seite ist der Film natürlich perfekt! Ob nun die Verfolgungsjagd mit dem wildgewordenen Drachen, die Unterwasserszenen oder auch der riesige Irrgarten gegen Ende. Alles sieht sehr schön aus und es gibt viele tolle Spezialeffekte und CGIs die einem schon mal die Luft zum atmen nehmen.
Alles übergroß aufgenommen und erinnert stellenweiße schon fast an den Herrn der Ringe. Viel Action und großartige Schauplätze machen den Film zu einem wunderbaren Fantasyereignis.
Und wenn Harry dann am Schluss dem personifizierten Bösen gegenübersteht werden noch mal alle Register gezogen. Auch geht’s hier wieder um einiges brutaler zur Sache als in den Vorgängern hier fließt Blut und es wird gestorben.
Die Auflösung der Geschichte kurz vor Schluss verläuft dann auch wie erwartet aber diverse Sachverhalte die man bemerkt hat, kommen nicht zu Sprache und wie in den Vorgängern verläuft sich alles ohne das Harry und seine Freunde ein Fazit aus dem Geschehenen schließen.
Hier hatte ich drauf gewartet das sie endlich mal etwas offensiver mit ihrem Schicksal umgehen anstatt sich wie Opfer zu geben. Alles in allem aber trotzdem zufrieden stellend.
Also ich wurde mit dem Film mal wieder zweieinhalb Stunden prächtig unterhalten musste viel lachen und mich ein wenig über die ab und zu unlogische Handlung ärgern, und ich bin ganz und gar kein Logikfreak.
Aber wenn das Buch größer wird, der Film jedoch noch immer nicht über seine 155 Minuten wachsen darf kann man die wohl schwer vermeiden.
Schöner fantasievoller Film der sich allerdings manchmal wie ein Episodenfilm im Zeitraffer anfühlt. Mehr Liebe!
(7/10)