Der beste Harry Potter, den es je gab – steht auf den Plakaten – und genauso ist es.
Auf die Harry-Potter-Filme ist wirklich Verlass. Bislang war keiner wirklich schlecht und allesamt faszinierend. Der Zweite hatte zwar einige Längen und der Dritte war insgesamt etwas zu düster – großes Kino waren sie aber alle.
Es wird immer deutlicher, dass in den Harry-Potter-Filmen die beste Synthese von Computeranimation und realen Darstellern gelingt. Eigentlich kennt man eine so wunderbar belebte Atmosphäre, in der sogar das Feuer sprechen kann, sonst nur aus allerfeinsten Disney-Filmen wie „Die Schöne und das Biest“ (Tassilo & Co).
Jetzt gelingt das auch im Realfilm und im vierten Harry Potter Teil sogar erstmals ganz ohne jegliche Schwäche. Hinzu kommt das hier eine fantasievolle und spannende Geschichte erzählt wird. Was will man eigentlich mehr? Das hier ist die große Traumfabrik!
Kern des Konflikts ist diesmal ein magischer Wettbewerb von drei Zauberschulen. Nur drei Schüler dürfen daran teilnehmen aber all zu viele Worte muss man über die Geschichte nicht verlieren. Denn es ist spannend, gruselig, komisch und manchmal sogar ein bisschen liebestoll.
Freundschaft ist trotzdem wichtig und das ist eben auch das Schöne an den Filmen, es werden Werte vermittelt in einer Welt, die der unseren sehr viel ähnlicher ist, als die Welt von Herr der Ringe. Deshalb berühren auch die Konflikte viel mehr.
Harry Potter macht einfach richtig Spaß und der vierte Teil geht gleich von Anfang an mächtig nach vorne los und wiederholt keine Fehler aus den Vorgängerfilmen.
Das Urteil ist deshalb ziemlich einfach: Harry Potter 4 ist der beste Unterhaltungsfilm des Jahres (aber natürlich bleibt L. A. Crash der beste Film des Jahres).
Im Vergleich zum Herrn der Ringe schneidet Harry Potter ohnehin sehr gut ab, denn hier gibt es keine peinliche Metaebene (die überhaupt nicht notwendig ist, wenn es nur um Gut und Böse ohne jeden Zwischenton geht), keine unverständlicher Elbensprache und keinen albernen vollständig bösen Bösewicht ohne Körperlichkeit.
Stattdessen gibt es bei Harry Potter Situationskomik, Ärger mit der Presse und natürlich jede Menge fantastische Action. Es gibt einen echten Bösewicht und lebendige Helden. Ganz schön kommt noch hinzu, dass der Film Lust auf die Bücher macht und wer die liest kriegt dann noch jede Menge Extra-Geschichten, Hintergründe und tiefere Einsichten. Dadurch wird dann auch die eigene Fantasie angeregt und gelesen wird ja bekanntlich immer zuwenig ...
Jedenfalls macht all das alles zusammen große Erzählkunst aus und deshalb auch ein großes Kompliment an Regisseur Mike Newell. Vielleicht braucht es auch so guter Stoffe und so sorgfältig gemachter Filme, damit die Krise der Kinos in Deutschland beendet ist.
Aber natürlich ist das keine leichte Aufgabe und vorhersagen kann man so etwas auch nicht, denn wer hätte gedacht, dass so ein kleiner jugendlicher Zauberer nicht nur die Kinder, sondern auch die Erwachsenen auf der Welt verzaubern kann?