Pünktlich zur Weihnachtszeit 2005 war es also wieder so weit. Der neue Harry Potter Film hits the street. Nicht, daß mich das sonderlich in Wallung gebracht hätte. Mein Verhältnis zur Reihe war immer geprägt von einer gehörigen Portion Desinteresse. Die ersten beiden Teile hatte ich noch gesehen und mich gepflegt gelangweilt, den dritten hatte ich mir dann gleich erspart. Es wage sich niemand mir jetzt mit den Büchern zu kommen, die ja ach so viel toller seien.
Nun war die Rede von einem neuen Potter, düster und sogar ein wenig unheimlich. Was sollte denn das sein? Werden jetzt hunderte Millionen von Heranwachsenden über den Globus verteilt mit einem nihilistischen Manifest zu fatalistischen Gedankengut bekehrt. Steht eine ganze Generation auf dem Spiel?
Es kam wie es kommen musste. Der allwöchentliche Kinobesuch stand an, was sich mal wieder nicht bis zum Programmverantwortlichen der hiesigen Lichtspieltheater rumgesprochen haben schien. Wenn man die Wahl zwischen Potter und Heffalump hat und dummerweise kein Vorschulkind sein Eigen nennt fällt da die Wahl sehr leicht.
Und siehe da: Ich wurde überrascht. Harry Potter ist mitnichten sonderlich dark oder sonstwie gruselig, aber immerhin der erste Film der Reihe der mich wirklich solide entertaint hat. Die Geschichte ist natürlich wieder sehr episch, es geht um Leben und Tod und auch sonst steht wieder sehr viel auf dem Spiel. Wie sollte es auch anders sein.
Am amüsantesten fand ich dabei den Mittelteil, in dem der Film fast schon die Züge einer College Komödie trägt. Es steht ein Tanzball an und die Suche nach einem passenden Partner der Hauptprotagonisten für selbigen gestaltet sich äußerst kurzweilig. Fast schon John Hughesk sozusagen.
Wirklich sehr gutes Popcornkino, wo man als Zuschauer nie das Gefühl hat jetzt für dumm verkauft zu werden, hat Regisseur Mike Newell hier abgeliefert. Und auch wenn ich mich jetzt sicherlich nicht genötigt sehe mir Hintergrundwissen anzueignen, indem ich die Originalvorlagen lese, so bin ich doch etwas milder gestimmt was die allgemeine Potter Hysterie angeht.
Vielleicht werde ich mir sogar den nächsten Potter wieder im Kino anschauen. Mal sehen, was der Programmverantwortliche für Alternativen zu bieten hat. Aber wer weiß schon so genau was in den Köpfen von Programmverantwortlichen provinzieller Lichtspielhäuser vor sich geht.
6/10