Unerwarteter Turnierverlauf
Jahr 4 und „Harry Potter und der Feuerkelch“ dreht sich fast ausschließlich um das trimagische Turnier, das in Hogwarts stattfindet, in das irgendwie Harry Potter als Vertreter seiner Schule hineinrutscht und an dessen Ende sein ewiger Widersacher endlich das erste Mal sein wahres Gesicht zeigt…
Es gibt auch noch andere Schulen als Hogwarts!
Mit „Harry Potter und der Feuerkelch“ kommt Harry vollends in der Pubertät an - und ich muss sagen, dieser Teil 4 gefällt mir ziemlich gut. Damals wie heute. Klar, an den herausstechenden Vorgänger sollte so schnell nichts heranreichen. Yates inszeniert wieder wesentlich mainstreamiger, oberflächlicher und glatter als Cuaron. Das Buch wurde langsam zu dick, um alle Fans glücklich zu machen und es mussten etliche Details und Nebenhandlungen wegfallen. Und die ganz große Rahmenhandlung wird in „Feuerkelch“ bis zum tödlichen Showdown meiner Meinung nach gar nicht mal allzu sehr vorangetrieben. Dennoch passen mir hier einfach einige Komponenten persönlich gut in den Kram. Ich mag Turnierfilme - und das ist ein reinrassiger. Von Drachen über Seevölker bis zu einem gefährlichen Labyrinth - Abwechslung, Spannung, Gefahren sind gegeben. Zudem spürt man die Hormone der Teenager und erste zarte Liebeleien deutlich. Der Besuch fremder Zauberschulen aus ganz neuen Regionen der Zauberwelt regt das Kopfkino an. Und spätestens wenn Voldemort am Ende im Inneren des Labyrinths ernst macht, wird die Marschrichtung der folgenden Teile klar. Deswegen kann ich Yates' etwas stumpfem Abhaken der wichtigsten Checkboxen durchaus überraschend viel abgewinnen. „Der Feuerkelch“ spielt seinen brennenden Turnierstiefel routiniert runter, ohne allzu weit oder aufregend von der Spur abzuweichen. Eine echte Regie-DNA gibt’s bei Yates kaum. Das Buch und ursprüngliche Material scheint aber spektakulär und aufregend genug durch. Und Ralph Fiennes als Voldemort war auch ein perfekter Glücksgriff. Das Studio überzeugte Yates genug, um den kompletten Rest der Reihe inszenieren zu dürfen.
Fazit: Hormone, Hindernisse und erstmals die wahre Gestalt Voldemorts - „Harry Potter und der Feuerkelch“ war mir immer ein persönliches und temporeiches Fest!