Review

Alte, englische Spukhäuser stehen bei Freunden des gepflegten Gruselfilms eigentlich ganz gut da und wenn man sich einmal einige Aufnahmen des Photographen Simon Marsden ansieht, kommt man schnell ins Schwelgen.
Unwillkürlich denkt man dabei an die alten Poe-Verfilmungen, vielleicht auch an Hill House, aber die stimmungsvollen Zeiten scheinen vorbei zu sein.

Das zeigt „Spirit Trap“ in seiner ganzen, uninspirierten Form.
Zwar steht auch hier ein altes Gemäuer im Mittelpunkt, doch das Geheimnis des Gebäudes offenbart sich dem Zuschauer schon recht früh, nur Motive und Hintergründe werden unzureichend geliefert.

Das beginnt schon damit, dass fünf junge Leute schriftlich zur Villa „Fortune Green“ zitiert werden, zwecks einer WG-Gründung. Von wem erfährt man nicht und warum es genau diese fünf sein mussten auch nicht.
Da ist der sympathische Student Nick, Studentin Jenny, deren Mutter ein Medium war, die stille Tina und Drogendealer Tom mit seiner zickigen Gespielin Adele.
Kaum die Räumlichkeiten erkundet, stellt Nick eine alte russische Wanduhr ein und ab da geht der Spuk los.

Wäre schön gewesen, wenn man denn auch von Spuk sprechen könnte, doch davon ist „Spirit Trap“ meilenweit entfernt.
Hier und da mal eine Spinne zum Erschrecken, was ja in so einem alten Gemäuer alles andere als außergewöhnlich ist, ein paar Visionen längst vergangener Tage zur Geschichte des Hauses, verschlossene Türen ohne Geheimnis dahinter und viel, viel unnützes Zeug, das die Protagonisten von sich geben

Drogenheini und Freundin prügeln sich und schreiten daraufhin zum harmlosen Fesselfick, Nick und Jenny tauschen traumatische Erlebnisse aus, die stille Tina sieht man teilweise minutenlang nicht und eigentlich ist in dem Haus nichts Paranormales festzustellen.
Gut, man spielt mit einer Art Witchboard und später teilt Jennys tote Mutter ihr mit, dass einer von ihnen sterben wird: „Ein Mörder für einen Mörder“.
Vor genau hundert Jahren fand in diesem Haus nämlich ein einschneidendes Ereignis statt, also will das Haus sich eine Art Gleichgewicht zurückholen.

Auch wenn der gelungene Score sich von Beginn an müht, es will keine rechte Gruselstimmung aufkommen. Viel wird zerredet, Spukeffekte bleiben vollkommen aus, selbst die obligatorische Katze im Schrank findet sich nicht.
Spannung wird allenfalls unter den Protagonisten geschürt, weil die Drogen vom Kleingauner verschwinden oder seine Trulli eifersüchtig reagiert.
Das Haus als solches bietet auch nicht allzu viele Schauwerte, der Keller ist einigermaßen usselig, ansonsten wirkt die Einrichtung schon fast ein wenig zu steril

Einzig in den letzten Minuten kommt etwas Tempo auf, wenn die Figuren aufeinander losgehen, weil einerseits ein klitzekleines Geheimnis offen gelegt wird und zum anderen das Misstrauen untereinander zur Eskalation bewegt.
Demgegenüber quält man sich aber weit über eine Stunde mit kaum ansprechenden Darstellern herum, die größtenteils nur Bockmist und Klischeegelaber verzapfen.

Am Ende ist man kaum schlauer als zuvor, manche Erklärungen bleibt der Film schuldig und nachvollziehbar ist da ohnehin schon einiges nicht.
Für einen Spukhausfilm reichlich ideenlos, um nicht zu sagen belanglos.

Spannung und atmosphärische Momente finden sich fast gar nicht und warum die alte russische Uhr so verteufelt ist, wird man auch nie erfahren.
Wenn man schon einen Spukhausfilm mit Geisterfalle inszeniert, sollte man es zumindest ein wenig aktiv werden lassen und nicht in eine so unausgegorene und lückenbehaftete Story packen.
Nicht komplett langweilig, aber oftmals kurz davor.
3 von 10

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