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Also Leute, kontrolliert eure hölzernen Standuhren. Ist es eine russische, schimmert sie im Dunklen und läuft sie vielleicht rückwärts. Dann ist es nämlich eine Brücke in eine andere Dimension, zumindest wenn man dem quarkigen Drehbuch von Phil O´Shea (Vampire Diary, Die Harfenspielerin) Glauben schenken will. Regisseur David Smith ist normalerweise als Schauspieler unterwegs, jüngst auch in der Komödie "Stichtag". Doch als Regisseur taugt er nur bedingt, obwohl man sich insgeheim schon einen altmodischen Gruselfilm erhofft. Aber viel mehr als gepflegte Langeweile kann "Spirit Trap" nicht bieten.

Von der studentischen Wohnvermietung werden die fünf Neuankömmlinge Jenny (Billie Piper), Tina (Alsou), Nick (Sam Throughton), Adele (Emma Catherwood) und Tom (Luke Mably) in eine alte Villa verfrachtet, wo sie während ihres Studiums wohnen sollen. Dort wird es richtig unheimlich, als Nick sich an der hölzernen Standuhr zu schaffen macht und diese wieder in Gang bringt. Die Studenten haben keine Ahnung, dass dieses Haus Schauplatz eines grausamen Verbrechens war und sie sich schon in einer anderen Dimension befinden. Um aus dieser sogenannten Geisterfalle wieder zu entkommen muss einer von ihnen sterben. Derweil wird besonders Tom zur Gefahr für die ganze Gruppe, denn randvoll mit Drogen ist er bereit über Leichen zu gehen.

Erinnert ganz im Entfernten an "Der Verbotene Schlüssel", obwohl die Story hier wesentlich stümperhafter verläuft. Wie es nun mal bei alten Geisterhäusern üblich ist, so ist auch hier in der Vergangenheit etwas schreckliches passiert. Dies bekommen wir auch gegen Ende zu sehen, doch richtige Antworten bekommen wir nicht. Zum Beispiel was es eigentlich mit der Uhr auf sich hat, oder warum die Studenten mit Leuten aus ihrer Vergangenheit konfrontiert werden. Auch sonst ist dieser schwache Budenzauber völlig wirkungslos und kommt nur schleppend in die Gänge. Da hätten wir unsere Studenten, von denen einzig Jenny und Nick sympathisch sind, denn Tina verhält sich seltsam und scheint auch etwas zu verbergen zu haben, während Tom und Adele nur ihre Drogen auf dem Campus verticken wollen. Eigentlich sitzt man nur irgendwo rum, raucht und trinkt Alkohol oder spielt mit einem alten Hexenbrett. Bald geht die Gemütlichkeit in Streitereien über, man durchsucht die ganze Bude nach Hinweisen und bekommt Wahnvorstellungen. Dabei vermag nur die Geschichte mit Jennys toter Mutter zu interessieren, während der restliche Hokus Pokus sehr zahm verläuft.

Es folgen zahlreiche Schleichereien durch die alten Räumlichkeiten, endlose und auch unnötige Dialoge. Jeder Ansatz von Spannung wird sofort in Geschwätzigkeit erstickt. Im Endeffekt passiert rein gar nichts, erst gegen Ende darf sich die Lage zuspitzen, wenn der völlig zugedröhnte Tom zur Gefahr wird. Da darf es dann auch ein paar Hetzjagden und kleinere Bluteinlagen geben. Dabei muss ein Opfer gebracht werden, um die Geisterfalle zu verlassen. Da muss man wirklich nicht lange nachdenken, wer das nun sein wird. Ganz schleierhaft ist, was denn nun eigentlich mit Adele passiert, denn sie ist plötzlich eine Art Geist. Obwohl die Kulisse durchaus brauchbar ist und der Score sogar ordentlich, will in den seltensten Fällen Spannung aufkommen. Interessant sind eigentlich nur die letzten Fünfzehn Minuten, der Rest ist langweiliger Murks. Dabei fallen auch die Darsteller ein wenig unangenehm auf, Billie Piper (Calcium Kid, Mansfield Park) als potentielle Helden agiert sehr blass, genauso die restliche Riege, wobei die einzelnen Charaktere auch zu uninteressant bleiben. Nur Luke Mably (Exam, 28 Days Later) nimmt man den Dealer und Psychopaten recht gut ab.

Der Film ist nicht nur langweilig, sondern bei der Geschichte bleiben auch zahlreiche Fragen offen. Spannung ist so gut wie gar nicht vorhanden, ans Eingemachte geht es erst im Finale und die Darsteller kratzen gerade mal am Durchschnitt. Kulisse und Score sind somit das Beste an diesem uninspirierten Geisterhorror.

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