Review

Abteilung: Videospiele als Film

Wiedereinmal versucht sich Hollywood an einer Filmumsetzung eines erfolgreichen Computerspiels und angesichts der bisher eher traurigen Resultate werden die meisten Spieler nur wieder aufstöhnen. Es ist eben auch kaum machbar das Gefühl eines Computerspiels auf die Leinwand zu übertragen.
Auf Doom lässt sich das besonders übertragen. Die bisherigen 3 Teile des Computerspiels sind aufgrund ihrer Brutalität bei Jugenschutzorganisationen berüchtigt. Da genau das aber einen zentralen Teil der Spiele ausmacht sind wir wieder bei der Frage der Übertragbarkeit auf die große Leinwand.
Eben darum befand sich der Film auch eine Ewigkeit im Entwicklungsstadium mit immer neuen Drehbüchern und Ideen. Im Zug der momentanen Welle an Spieleverfilmungen entschied man sich endlich zum finalen Schritt und versprach einen Film, welcher der Vorlage auch in Sachen Blut und Gore gerecht werden sollte.
Inhalt: Nachdem Wissenschaftler auf dem Mars Spuren vergangener Lebewesen entdeckt haben, beginnen sie natürlich gleich mit genetischen Forschungen um mögliche Kräfte des Erbguts zu entdecken. Nach dem obligatorischen Zwischenfall bzw. Unfall bricht die leider nur buchstäbliche Hölle los (im Spiel noch die richtige Hölle, aber das wurde unverantwortlicherweise einfach geändert - so hat man nur eine typische 08/15 Science Fiction Monsterstory). Durch die Injektion eines 24. Chromosoms verwandeln sich gute Leute in Supermenschen und böse Leute in Zombies oder Monster, die infizieren dann den Rest der Bewohner. Allerdings nicht alle, manche sind einfach nur Futter. Eine Spezialeinheit unter Führung von Sarge (The Rock als Hommage an Master Sergeant Kelly) und Reaper (Karl Urban aus Herr der Ringe) sollen retten was zu retten ist. Reaper John Grimm hat keine guten Erinnerungen an den Mars und muss feststellen, dass seine Schwester hier auch noch als Wissenschaftler tätig ist. Natürlich führt der Weg durch mit Monstern verseuchte Gänge und es wird keine noch so dumme Erklärung ausgelassen um dieses Spiel bis zum Exzess weiterzutreiben. Das sich die Truppe zusehends verringert versteht sich auch von selbst und wer jetzt noch zuschaut erlebt ein Ende, das Uwe Boll wahrscheinlich besser umgesetzt hätte.
Kritik: So revolutionär das Spiel war, so schwach ist der Film. Auf die dämliche, klischeehafte, löchrige und auch noch von Resident Evil abgekupferte Story geh ich gar nicht erst ein.
Die Schauspieler sind bis auf Karl Urban eine Katastrophe. Besonders enttäuschend ist die schwache Leistung von The Rock, der bis jetzt in jedem seiner Filme deutlich besser war und sich nicht an Mimen wie Seagal orientieren sollte. Zur Entschuldigung für die Darsteller sollte man sagen, dass aber auch wirklich keine Figur so was wie ein Profil hat. Damit ist natürlich eine Darstellung auch nicht einfach.
Zu der schlechten Story und den schlechten Schauspielern kommt der nicht vorhandene Spannungsbogen. Einerseits liegt das natürlich an der klischeehaften C-Film Story andererseits aber auch an der unkomprimierten Inszenierung des Regisseurs. Das ewige durch die Gänge schleichen mit abschließendem kurzem Geballer führt spätestens nach dem 3. Durchgang zu schweren Ermüdungsanzeichen. Dazu kann man in dem permanentem Halbdunkel bis Dunkel auch kaum was sehen.
Das einzig Positive ist der kompromißlose Blut- und Goregehalt, von dem man aber durch das ständige Dunkel und den explosionsartigen Schnitt kaum was sieht.
Fazit: Eine Riesenenttäuschung und eine der schlechtesten aber teuersten Spieleumsetzungen bisher. Hoffentlich wird Silent Hill besser.

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