Mit sonderlich großen Erwartung ging ich zugegebenermaßen nicht an die filmische Umsetzung eines der Spiele heran, die ich in meiner frühen Teenagerzeit einst bis zum Umfallen gezockt hatte. Denn schon zu oft hatten uns inkompetente und der Materie unkundige Regisseure und Schauspieler bewiesen, dass man jeden auch noch so kultigen Stoff mit ein bißchen "Gutwill" und Gleichgültigkeit hoffnungslos ins stinkende Braune reiten kann. Blaumannbewehrte Mario Brothers, kampfversierte Double Dragons, energiewellenwerfende Street Fighter und mortale Kombatanten wurden in schönster Reihenfolge von den Filmemachern der Traumfabrik böse verunstaltet und mit zweifelhaften Zelluloidversionen in den Bereich der absoluten Lächerlichkeit gezogen. Was sollte man nun also schon groß von den "Heiligholzlern" erwarten, wo es hier doch ausgerechnet um die Umsetzung eines Egoshooters geht. immerhin ein Spielegenre, das standardmäßig ohnehin schon fast ohne jegliche Storyline auskommt und sich damit begnügt den letzten Atem aus möglichst vielen Mitgliedern der zahlreich herannahenden Gegnerschaft zu ballern. Aber auf einen Versuch wollte ich es allemal ankommen lassen und so fand ich mich schließlich mit recht gemischten Gefühlen und düsteren Vorahnungen im Kinosessel wieder...
Die Story erwies sich dann im Verlaufe des Streifens komplexer als erwartet, darf aber immer noch unter der Sparte durchschaubar und seicht abgelegt werden. Eine Truppe Marines (unter anderem "The Rock" als Seargent) wird von der Obrigkeit durch ein Dimensionstor auf einen Lichtjahre entfernten Planeten entsandt, auf dem die Kacke gewaltig am dampfen ist. Denn außerirdische Lebensformen von wenig freundlicher Gesinnung scheinen die lokale Raumstation übernommen zu haben und finden offenbar einen Heidenspaß daran, die menschliche Besatzung in feine Fetzen zu zerhächseln. Der Sarge und seine Truppe machen sich natürlich pflichtbewußt und sofortig an die Erkundung und Sicherung der düsteren Anlage wobei sie, nicht ganz ohne eigene Verluste, der wahren Ursache des Desasters mehr und mehr auf die Spur kommen. Bei den Monstren handelt es sich keineswegs um Geschöpfe einer fremden Welt, sondern vielmehr um die bedauerlichen Opfer eines genverändernden Serums, dass in der Station erforscht und repliziert wurde. Während die Mutanten sie mehr und mehr dezimieren gerät der Rettungseinsatz des Platoons zusehends zu einem schlichten Kampf ums eigene Überleben. ... - Klingt nicht nach viel, reicht für diesen Stoff und seine Intention aber nachweislich mehr als aus. Denn Doom ist ein Actionfilm und will auch nicht mehr sein. Und darin glänzt er und gewinnt seine Sympathien. Mithauptakteur Rock und Konsorten schrantzen sich mit ratternden Wummen und kreischenden Kettensägen durch die Reihen der Mutanten und verstreuen nicht nur Bullets und Granaten, sondern auch gelungene "Oneliner" und Gags am Band. Erfreulicherweise verzichtete man auf die heutiger Tage sonst so Usus gewordene optische Gewaltverharmlosung (andernorts dieser Tage so oft durch verwischende Kameraführung und Ausblendung von Treffern vorzufinden um die Altersfreigabe zu senken), sondern läßt das Hämoglobin in Strömen regnen und die Gebeine fliegen dass dem, in dieser Hinsicht in den letzten Jahren fast gänzlich ausgehungerten, Actionfan das Herz aufgeht. Hatten The Rock's Charaktere in seinen bisherigen Filmen stets leichte "Hippie-Allüren" (z.B. Rumble in the jungle: "Ich mag keine Knarren..."), für diesen Film hat er sie Gott sei's getrommelt abgelegt und überzeugt final und zum erstenmal in der von ihm angestrebten Rolle als Actionikone. Doom hat mehr Resident Evil-Feeling als die eben so benannten Umsetzungen selbst und auch trotz unverleugbarer "Alien"-Anleihen absolut eigenen Charakter und Daseinsberechtigung.
Für den Game-Fan ist ein besonderes Schmankerl natürlich die Szenenfolge, die sich in der "In Game"-Graphik des Vorbilds präsentiert und jedem Spieler der Kultreihe sofort ein unweigerliches Extremst-De ja vue bescheren wird. Alles in Allem ist Doom etwas für jeden passionierten Actionfan, der markige Sprüche und unverhehlte Destruktion a la Schwarzenegger und Stallone noch zu schätzen weis. Wer hingegen nach großartiger Storyiefe sucht oder übermäßig zartbesaitet ist, sollte sich definitiv nach anderem Stoff für den Kinoabend umsehen.
Ich für meinen Teil danke den Schaffenden für diesen Film, der das glanzvolle Flair und die Machart der Achtzigerjahre wieder in das Actiongenre zurückkehren läßt.