Review

Das gleichnamige PC-Game ist berühmt-berüchtigt und zugleich so etwas wie der unumstrittene Inbegriff des "bösen Computerspiels". Im Hinblick auf die gewaltige Fanbase der mittlerweile drei PC-Episoden war es nur eine Frage der Zeit bis der wenig zimperliche Stoff mit seinem nicht zu unterschätzenden Horroraction-Potenzial den Weg auf die große Leinwand finden würde. Rund 10 Jahre nach dem ersten Spiel ist es nun 2005 soweit und eine Forschungsstation auf dem Mars wird von allerlei übel gelauntem Monstergetier und blutrünstigen Zombies überrannt. Klarer Fall für ein schwer bewaffnetes Eingreifteam...

Wer jetzt jedoch eine spielgetreue Zelloloid-Umsetzung mit fliegenden Totenköpfen und Stippvisite in der Hölle erwartet, wird durchaus enttäuscht werden. "Doom - Der Film" ersetzt die Höllen-Thematik durch ein Genmutations-Szenario, was letztlichim Gegenzug auch nicht allzuweit vom Computerspiel entfernt ist. Um noch konkreter zu sein, orientiert sich "Doom der Film" sehr stark am aktuellsten, dritten Teil der Spielereihe - und macht seine Sache hierbei ehrlich gesagt ziemlich gut. Die Mars-Kulissen mit ihren verwüsteten Labors, düsteren Gängen und wenig einladenden Experimentier-Requisiten wirken verblüffend spielgetreu, ja scheinen bis hin zum Passwort-Eingabefeld teilweise fast 1:1 übernommen worden zu sein. Wer "Doom 3" gespielt hat, fühlt sich jedenfalls auf dem unwirtlichen Mars und in der Nähe eines gewissen Dr. Carmark defintiv sofort wie zuhause - und das rechne ich den Machern rund um Regisseur Andrzej Bartkowiak hoch an! Die Atmosphäre stimmt somit schonmal und auch die Handlung lässt sich nicht lange bitten, fährt quasi von 0 auf 100 hoch binnen weniger Minuten. Unnötiges Geplänkel um Charaktere und Hintergrundstory wird auf ein absolutes Mindestmaß reduziert, was angesichts des ohnehin auf "hirnfrei" ausgelegten Film/Spiel-Konzepts auch defintiv eine richtige Entscheidung.gewesen ist. Doom ist waiting!

So beginnt dann auch ohne große Umschweife die Ungeziefer-Jagd im unter Quarantäne stehenden Forschungskomplex. Regisseur Bartkowiak verwendet hierfür (u.a. aus "Aliens") bestens bekannte und bewährte Genre-Elemente und somit wird der Großteil der ersten Filmhälfte mit dem Entdecken von allerlei grausigen Lokalitäten, ersten kleinen Hetzszenen und sehr kurzen Actionszenen verbracht. Dank der stimmungsvollen Kulissen sieht das Ganze, insbesondere für Spiel-Kundige - auch sehr nett aus und auch das für "Doom" so charakteristische Gore wird in angemessenem aber hinsichtlich einer Kinofreigabe noch verhältnismäßigem Maße aufgefahren.
Der Haken an der Sache: Es war eben halt alles schonmal ähnlich da. Will heißen: Wer "Aliens" und co gesehen hat, dem präsentiert sich die erste "Doom"-Filmhäfte doch ziemlich berechenbar und im Grunde auch weitgehend ideenlos. Auch fehlt, trotzdem immer irgendwo irgendetwas los ist, mitunter das nötige Tempo. Schuldig im Sinne der Anklage sind die zu kurz geratenen Hetz- und Actionszenen dieses Filmabschnittes. Gerade aus den wirklich erstklassig gelungenen Kulissen hätte man hier in Sachen Panik und Spannung u.a. mittels schweißtreibenderer Soundeffekte noch eine ganze Menge mehr herauskitzeln können! Zwar für sich genommen ganz nett aber der Sache nicht unbedingt dienlich sind da auch die vielen One-Liner. "Aliens" hatte sowas nicht nötig und wirkt somit unterm Strich auch weitaus beklemmender und ernster. "Doom" erscheint viel deutlicher als moderner Popkornfilm im direkten Vergleich.

Mit zunehmender Verweildauer auf unserem roten Nachbahrplanten wird zum Glück aber auch die Action zahlreicher und das Tempo zieht noch einmal an. Immer mehr Teammitglieder segnen das Zeitliche, immer mehr Monster stellen sich den wackeren Kämpfern auf ihrem Himmelfahrtskommando entgegen. Natürlicherweise fliesst hierbei auch einiges Blut und der lüsternde Zuschauer darf sich an zahllosen Einschüssen aber auch dem ein oder anderen abgetrennten Körperteil ergetzen. Da darf man gern noch auf die angekündigte Extended-Version hoffen für einen nochmal gesteigerten Goregehalt: Schaden tuts dem kompromisslosen Treiben in keinem Falle.
Das eigentliche Highlight von "Doom - Der Film" stellt schließlich eine in Ego-Perspektive gefilmte Actionpassage in bestem "Berserker-Mode" dar, in welcher mit vorgehaltener Wumme so manches vorlaute (CGI)-Monster auf teils amüsante Weise das zeitliche segnet. Das erfreut nicht nur alte Spielerhasen sondern sieht zudem auch wirklich schick aus. Diese erfrischenden Minuten wetzen so manche kleine Scharte wieder aus, wie z.B. die nicht immer absolut überzeugenden Darstellerleistungen. "The Rock" ist zwar als tougher Held immer gern gesehen, hier nimmt er seinen Part aber vielleicht etwas zu ernst - kleine Grinser beim Overacting gegen Ende sind die Konsequenz. Karl Urban obliegt es in erster Linie, sich in der Ego-Sequenz auszutoben - abgesehen davon bleibt er wie auch die übrigen Darsteller unauffällig. Konnte man allerdings angesichts der extrem flachen Geschichte und den profillosen Charakteren auch kaum anders erwarten...

"Doom - Der Film" gehört eindeutig zu den besseren Spiele-Verfilmungen. Ein etwas unausgegorenes Tempo in Filmhälfte 1 kostet aber im Einklang mit manchmal zu knappen Action/Spannungs-Passagen und den Klischee-Charakteren doch spürbar Wertungspunkte. "Resident Evil" schneidet aus diesem Grund in meiner persönlichen Hitliste der Spieleumsetzungen last but noch least auch einen Tick besser ab.
Unkundige Zuschauer sollten sich einen Kinogang überlegen, Fans der Spiele (inbesondere des dritten Teils) sollten sich Bartkowiaks SF-Actionstreifen nicht entgehen lassen. Allein die zahlreichen liebevollen Anspielungen auf die kultigen Games und die technischen Qualitäten sind den Eintritt wert!

Es bleibt in jedem Fall bei entsprechendem Kinoerfolg die Hoffnung auf einen zweiten Teil, der sich im Idealfall dann dem noch bereitstehenden Höllenszenario - Stichwort "Hell on Earth" - widmet und auch bis dato fehlende Kreaturen und Waffen hinzufügt...

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