Eigentlich gehe ich heutzutage schon lange nicht mehr gerne ins Kino. Da sitzen immer nur haufenweise Deppen drin, die während des Films nur Krach machen oder an ihren Handys rumspielen, fernab dem Bewusstsein, dass ihre egomanischen Nebenshows möglicherweise nicht nur keinen interessieren sondern auch nerven ohne Ende. Diesmal – natürlich mal wieder von weniger spezialisierten Freunden dazu überredet – war „Doom der Film“ an der Reihe, da ich und meine Kumpanen ja begeisterte Zocker sind und sehr gespannt auf die filmische Umsetzung waren. Da reißt man sogar für einen Bartkowiak-Film satte achteinhalb Piepen aus der Tasche und stürzt sich ins filmische Verderben.
Vollkommen belanglos geht das Ganze dann schon los – ein kurzes Schocker-Intro, dann wird schon die Heldenmannschaft vorgestellt, die mysteriöse Todesfälle auf einer Marsstation untersuchen sollen. Allen voran der Scorpion King alias The Rock, der mir komischerweise sogar sehr gut auf der Leinwand gefällt sowie der Fantasyfans wohl bekannte Eomer, der sich knallhart zum Friseur gewagt hat um hier den geradlinigen Spacemarine zu geben. Nachdem nicht nur die afroamerikanischen Mitglieder der Ballercrew reichlich herumkaspern durften, werden die Bleispritzen geschultert und per Teleport geht es direkt an den gruseligen Ort des Geschehens, der nicht nur durch reges Bevölkerungstreiben sämtliche Survival-Stimmung zu Nichte macht sondern auch ansonsten lediglich durch lieblose Umgebung und mäßig designte Architektur auf sich aufmerksam macht. Nachdem sich das farbige Obergroßmaul an Eomers Schwester, die auf der Station (die sich „The Arc“ nennt) herumdoktort, herangemacht hat, geht mehr oder wenige sachte die Hölle los und es geht Marine gegen düstere Mutanten, wo dann auch wesentlich später als erwartet auch schnell das altgediegene 10-Kleine-Negerlein-Prinzip Anwendung findet, bis nur noch wenige übrig sind...
...und dann bekommt Eomer noch einen Gen-Cocktail gespritzt und darf in feinster Manier im Sterne des erfolgreichen Videospiels Doom III in der Egoperspektive agieren – was – neben der ungewohnten, verblüffen Handlungswendung um den Scorpion King – noch das Beste am Film ist, wenn die Sequenz mit ein paar Minuten leider noch zu kurz ist. Ansonsten erwartet einen mal wieder rein gar nichts. Der „Romeo must die“ – Regisseur bietet hier kaum ein weiteres innovatives Feature, es gibt ein paar kleine nette Technikideen und den ein oder anderen vergleichsweise harmlosen Splattereffekt, aber das war es dann leider auch schon wieder. Vom Soundtrack sollte man nicht viel erwarten; das Monsterdesign ist ganz nett, nützt aber nicht viel, wenn die meistens nur im vollkommen Dunklen herumspazieren, was ja der Vorlage durchaus entspricht. Es will einfach nichts zünden – die Action bleibt nicht rigoros genug, der Gore ebenso wenig, die Atmosphäre krankt unter bereits oben genannten Aspekten und der Humor ist doch zu_platt. Hinzu kommen noch absolut lächerliche Logikgehler (beispielsweise der technische Fortschritt und die Bleispritzen) und zu lieblos agierende Schauspieler, die scheinbar von vornherein wussten, das es in Doom bestimmt nicht um sie gehen wird. Schade eigentlich, da hätte doch durchaus etwas draus werden können.
Ich empfehle jedem Spielefan, sich nicht allzu euphorisch in den Kinosessel zu schwingen – sollte das nicht schon passiert sein. Bin mal gespannt, was Christophe Gans aus Silent Hill macht.